Wohnen mit Airbnb

Auf Reisen statt im Ho(s)tel in Privat-Wohnungen oder -Häusern übernachten - Airbnb macht es möglich. Ein Angebot, das immer mehr Menschen nutzen. Auch die MitarbeiterInnen bei Airbnb reisen auf diesem Weg. Manche leben nur so. Eugen Miropolski, Managing Director für Zentral- und Osteuropa ist einer davon.

85 verschiedene Wohnungen in 15 Ländern - so lautet das Resümee von Eugen Miropolski, Regionalmanager für Europa bei Airbnb, seit seinem Start im September 2011. Miropolski hat seine Wohnung in Moskau aufgegeben - und ist seither "obdachlos": "Ich reise viel - geschäftlich wie privat – und nehme dabei das Angebot von Airbnb in Anspruch.“

Der Regionalmanager ist damit kein Einzelfall: Vorreiter war Mitgründer und CEO von Airbnb, Brian Chesky. Mittlerweile machen es ihm einige Mitarbeiter gleich - um möglichst nahe am Produkt zu sein. "Viele Features unseres Services sind aufgrund Brians Erfahrungen entstanden", erklärt Miropolski, der von Kindheit an bei seiner Familie viele Gäste miterlebt hat, den Nutzen. „Ich wollte wissen, wie Airbnb in der Türkei, in Deutschland, überall auf der Welt funktioniert“, meint er, der in seiner Moskauer Wohnung anfangs auch übernachten ließ und fügt hinzu, „ich wollte so viele Gastgeber wie möglich kennen lernen.“ Dass der Spaß-Faktor bei dieser Form der Übernachtung nicht zu kurz kommt, hat Miropolski in der Zwischenzeit auch am eigenen Leib erfahren. Dass er bei Airbnb arbeitet, das verrät er übrigens seinen Gastgebern erst beim Kennenlernen....

Wohnungslos Alltag Airbnb

Herr Miropolski, wie suchen Sie Ihre Hosts aus - und machen Sie das überhaupt selbst?

Ja, das tue ich - ich schreibe auch die Referenzen selbst, schließlich möchte ich verstehen, wie es funktioniert. Ich unterscheide zwischen Geschäftsreisen und Urlaub. Bei der Geschäftsreise ist die Location entscheidend, ob sie nahe bei den Orten liegt, an denen ich meine Termine habe und ob ich mich komfortabel fühle. Da ist es wichtig, ob Wifi vorhanden ist und alles, was ich fürs Arbeiten benötige. Wenn ich privat reise entscheide ich mich für einen Gastgeber, der ähnliche Interessen hat. Dann wird es zu einer kulturellen Reise, in der der Austausch wichtiger ist.

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Airbnb ist einer der größten Anbieter von Privatunterkünften: Über 300.000 verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten in 192 Länder in 33.000 Städten stehen seit der Gründung 2008 auf dem weltweit bekanntesten Community-Marktplatz bereit, um außergewöhnliche Unterkünfte rund um den Globus zu entdecken, zu buchen und zu vermieten – online oder über ein Mobiltelefon.
Ein wachsendes Angebot.

Was unterscheidet Airbnb vom Mitbewerb?

Airbnb ist die weltweit größte Community mit über 300.000 verschiedenen Unterkünfte in 192 Länder in 30.000 Städten. Da ist die Auswahl groß. Außerdem legen wir auf eine starke Community wert. Es ist ein tolles Erlebnis: Man fühlt sich wie eine lokale Person. Man kommt nach Paris, wohnt in einem Appartment und trifft auf seinen Nachbarn. Es ist ein anderes Gefühl, als im Hotel zu wohnen - authentischer. Ich habe auch früher auf meinen Reisen versucht, diese echten Erlebnisse zu haben - aber Airbnb macht es einfacher und sicherer, zu solchen Unterkünften zu gelangen.

Warum boomen Airbnb und ähnliche Anbieter zurzeit?

Airbnb ist ein Teil des großen, weltweiten Trends zum Teilen und gemeinsamer Nutzung. Die Menschen denken darüber nach, wie sie ihre bestehenden Ressouren effizienter verwenden können. Außerdem gewinnt bei Airbnb jede Partei: Der Gastgeber kann zusätzlich Geld verdienen und Menschen kennen lernen. Einer der "Hosts" hat mir das einmal so erklärt: "Ich bin früher selbst viel gereist, aber jetzt kann ich nicht mehr. Mit Airbnb kommen die Menschen zu mir - und das ist wie Reisen, ohne das Haus zu verlassen." Gleichzeitig hat auch der Gast den Mehrwert: Er bekommt für sein Geld viel mehr, nämlich die authentische und lokale Erfahrung.

Was macht einen idealen "Airbnb´ler" aus?

Es ist schwierig, das im Detail auszumachen. Natürlich ist es wichtig, dass die Menschen offen und an anderen Kulturen interessiert. Doch wir sehen, dass unsere Nutzer aus aller Welt kommen, jedes Geschlecht, jedes Alter haben und sehr unterschiedlich sind.

Was würde bei Ihnen gar nicht gehen – in welchem Fall würden Sie Ihr Geld zurück verlangen?

Wichtig ist, dass die Wohnung dem entspricht, was auf den Fotos und in den Beschreibungen gezeigt wird. Dafür arbeiten wir von Airbnb mit über 3.000 Profi-Fotografen weltweit zusammen, die zum Gastgeber nach Hause kommen, um die Wohnung abzubilden. Dann gibt es Buttons, dieein "verifiziertes" Airbnb-Angebot auszeichnen. Wichtig ist das sichere Bezahlsystem: Wenn jemand bei uns mit Kreditkarte bucht, dann überweist Airbnb das Geld erst 24 Stunden nach dem Einzug des Gastes an den Gastgeber. So bekommt der Gastgeber auch keine Motivation, etwas Falsches auf die Website zu schreiben. Darüber hinaus gibt es unser Referenzsystem nach dem Aufenthalt: Jeder möchte eine gute Bewertung haben, damit er wieder gebucht wird. Für Problemfälle, die vereinzelt auftreten, bieten wir ein Customer Service an. An das kann man sich 24 Stunden 7 Tage die Woche wenden.

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Was ist Ihre liebste Airbnb-Erinnerung?

Im letzten Jahr war ich in Istanbul und hatte eine besondere Erfahrung. Ich habe eine „normale“ Wohnung gebucht, nichts Großes. Mich hat eine junge Frau erwartet, die ihren Job gekündigt hat, um sich mehr sozialen Projekten zu widmen. Zusätzliches Einkommen hat sie über Airbnb generiert. Sie war ganz aufgeregt wegen ihres Gastes und hat mich auf der Terrasse mit einer Flasche Wein empfangen. Von dort hatten wir einen tollen Blick auf die Stadt. Am nächsten Tag hat sie mich in ein kleines Restaurant eingeladen, das früher ihrer Großmutter gehört hat und in dem noch immer die Gerichte ihrer Oma gekocht werden. Das war einfach eine sehr, sehr nette Erfahrung und hat gezeigt, dass nicht das Appartment das Wichtigste ist, sondern die Interaktion mit dem Gastgeber.

Danke für das Gespräch!

In Wien findet am 1.März das erste Airbnb-Treffen von Gästen, Gastgebern und Mitarbeitern der Plattform statt. Sie war innerhalb 30 Minuten restlos ausgebucht: Aus diesem Grund wird über eine Ausweitung nachgedacht.

Mehr zu Airbnb und anderen Übernachtungsplattformen gibt es hier >>

 

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