Wohnen 2030

Zimmer, Küche, Kabinett statt 4- oder 5-Zimmer-Wohnungen. Große Wohnungen sind immer seltener gefragt, denn große Familien sind ohnehin in der Minderheit, Kinder ziehen früh aus und im Alter bleiben die Menschen immer häufig gerne alleine wohnen. Doch nicht nur die Immobilienbranche nimmt Rücksicht auf die Änderungen in der Gesellschaft, sondern auch die Lebensmittelbranche sowie Elektro- und Autoindustrie. Gefragt sind kleinere Autos, kleine Haushaltsgeräte sowie kleine Verpackungsgrößen. So oder so ähnlich könnte es in 15 Jahren ausschauen.

Idee: Wohnen im Hausboot.

Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat in seiner Studie „Unter einem Dach" die Bevölkerungsstruktur in 86 Ländern genauer unter die Lupe genommen, um Aussagen über die Zukunft machen zu können. Dabei ist schon heute ein deutlicher Rückgang der Haushaltsgrößen erkennbar. Dafür zeichnen sich wirtschaftliche, soziale und demografische Entwicklungen der Gesellschaft verantwortlich. Während der wirtschaftliche Aufschwung, steigende Gehälter, höhere Bildung und ansteigende Lebenserwartungen mit einem Anstieg der Kleinsthaushalte mit ein bis zwei Personen nach sich ziehen, haben hohe Kinderzahlen und starke Religiosität den gegenteiligen Effekt. Und genau diese gehen aber immer weiter zurück. Schon heute bekommen Paare in Europa im Schnitt nur noch 1,5 Kinder.

Zu weit oder zu dritt oder lieber alleine?

Der Mikrozensus Austria von 2012 zeigt: Von den 8,4 Millionen Einwohnern leben heute 1.359.000 Personen alleine in Privathaushalten, das macht 16 Prozent der Bevölkerung aus. 25 Prozent leben zu zweit, 20 Prozent zu dritt und 22 Prozent zu viert. Fünf Personen gibt es nur noch in 10 Prozent aller Haushalte. Mehr Bewohner in einer Wohnung oder einem Haus sind eher unüblich. Dieser Teil macht überhaupt nur noch fünf Prozent aus.

Österreich wächst weiter.

Aus dieses österreichischen Statistiken lassen sich ebenfalls Trends herauslesen: Die Bevölkerung soll bis 2030 auf fast 9 Millionen ansteigen. Dafür verantwortlich dürfte die steigende Lebenserwartung sein, denn der Anteil der Generation 65 plus soll von 18 Prozent auf 24 Prozent ansteigen. Die Geburtenrate soll ganz leicht von rund 79.000 Kinder pro Jahr auf 81.000 wachsen. Das macht eine durchschnittliche Kinderzahl von 1,49 im Jahr 2030 im Vergleich zu 1,44 Kindern heute in Österreich. Wer 2030 geboren wird hat als Mann eine Lebenserwartung von 82 Jahren und als Frau fast 87 Jahre. (heute als Mann 78 und als Frau 73 Jahre). Die Zahl der Singlehaushalte wird um 16 Prozent steigen.

 

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