Woher  kommen ­Blähungen? (Und wie oft pupsen ist normal?)

Jedes Böhnchen ein Tönchen, Frauen haben ständig Verdauungsprobleme, Blähungen zurückzuhalten ist ungesund? Wir haben die Fakten zum Tabuthema.

Woher  kommen ­Blähungen?

Woher kommen Blähungen?

Sie sind unangenehm, keine*r redet gerne darüber – und doch tun es alle: furzen. Aber wie viele Darmwinde pro Tag sind normal und vielleicht sogar gesund? Diätologin Maria Anna Benedikt (benevita.at) weiß, dass Blähungen unterschiedliche Ursachen haben können: "Sehr kohlenhydratreiche und sehr fettarme Ernährung fördert Blähungen, weil die Verweildauer im Darm verkürzt ist und Nährstoffe nicht optimal aufgenommen werden können", so Benedikt.

Auch ein hoher Anteil an Fruktose in der Nahrung kann ein Grund für die Winde in der Hose sein. "Sehr häufig leiden auch Personen mit Reizdarmsymptomatik und Menschen, deren Mikrobiom aus dem Gleichgewicht geraten ist, an Blähungen. Für alle gesunden Menschen gilt: Hastiges Essen ist nie gut, denn dann wird nicht oder nur schlampig gekaut. Gut gekaut ist halb verdaut!", so die Expertin.

Wie oft pupsen ist normal?

Es gibt Angaben, wonach bis zu 25 Mal am Tag Luft aus dem Darm entweicht. Stimmt diese Zahl und ist das normal – oder sogar gesund? Benedikt: "Ja, von 'natürlichen Pupsen' wird immer wieder gesprochen, das kann ganz normal sein. Wenn sie aber länger auftreten und durch die Stärke den Alltag belasten, sollte man das abklären lassen." Dauerhafte Blähungen verursachen laut der Expertin nämlich auch eine Störung der Darm­beweglichkeit: "Der Gastransport wird verzögert, die Luft im Bauch kann sich in den Darmschlingen festsetzen."

Ist es also ungesund, Winde zurückzuhalten? Laut Expertin lautet die Antwort Jein: "Das kann zu sehr unangenehmem Bauchweh führen." Wichtig: Blähungen und Verstopfung hängen nicht per se zusammen – Letztere ist oft ein Zeichen für Reizdarm oder eine Unverträglichkeit.

Was bedeutet ­"bauchfreundliche Ernährung"?

Bauchfreundliche Ernährung kann man lernen, und auch viele Hausmittel helfen. "Kräutertees mit Kümmel, Fenchel oder Pfefferminze wirken gut", so Benedikt. Außerdem: "In Ruhe essen, gut kauen; zuerst essen und dann erst etwas trinken. Viel Süßes und stark blähende Speisen wie Bohnen, Kraut, Zwiebeln und Kohl, aber auch Kaffee und Alkohol zu meiden hilft der Verdauung."

Stimmt also der Spruch "Jedes Böhnchen ein Tönchen"? Ja, so die Expertin: "Insbesondere für Bohnen! Was hilft, ist, das Einweich- und Kochwasser wegzuschütten." Allen, die nur ab und zu einen Blähbauch haben, sei versichert: Das ist völlig normal. "Veränderungen des Essverhaltens, neue Speisen, kohlensäurehaltige Getränke oder viel Süßes bringen jeden ab und zu aus dem Gleichgewicht." Chronisch wird Verstopfung, wenn man seinen Darm mehr als drei Monate lang nicht ausreichend entleeren konnte.

 

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