Wo der Himmel aufhört

Ein 16-Jähriger, der sich mit einem halb so alten Jungen anfreundet. Über den Verlauf der Geschichte könnte man vorschnelle Schlüsse ziehen. Doch der britische Autor Robert Williams strickt daraus eine andere Story.

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Zwar geht es auch um die Täter/Opfer-Frage, der Roman dreht sich jedoch um seelischem Missbrauch.

Der 16-jährige Donald hat im Alter von acht Jahren den Tod eines 2-Jährigen verschuldet. Ein Unfall. Seitdem leidet seine alleinerziehende Mutter unter der Schmach, einen „Mörder" zum Sohn zu haben, und lässt ihn das mit jeder Faser ihres Körpers spüren. Unfähig über ihren eigenen Schmerz hinwegzukommen, der daher rührt, dass andere sie schief ansehen, versündigt sie sich an ihrem Kind. Tag für Tag.

Unfallfolgen

Als Ich-Erzähler nimmt uns Donald mit auf die beklemmende Reise in seine Jetzt-Zeit, unterbrochen von Schwenks in die Vergangenheit. Dabei bleibt ihm - und damit dem Leser - manchmal unklar, was wahre und was falsche Erinnerung ist. Und das macht den Spannungsbogen des Romans aus. War der Unfall vielleicht doch Vorsatz?

Was Donald aber sicher weiß, ist: Niemand hat ihm geholfen, als ihn jahrelang Panikattacken quälten und er zum Eigenbrötler wurde. In dem 8-jährigen Jake findet er sich schließlich wieder. Er sucht dessen Freundschaft und schafft in einem leer stehenden Haus einen Zufluchtsort für sie beide.

Menschlich

Ob der „Täter" zu sehr im Mittelpunkt steht? Das fragt man sich nie. Natürlich würde man gern wissen: Was ist mit der Familie des 2-Jährigen? Man kann sich ja ausmalen, wie groß der Schmerz der Eltern sein muss. Doch in Robert Williams aufwühlendem Roman geht es um die Versündigung an einer Kinderseele. Und so wünscht man am Ende Donald alles Glück der Welt, als sich ein tröstlicher Ausweg zu ergeben scheint.

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