WKÖ fordert Lockerung des Mutterschutz-Gesetzes

Zum Jahresbeginn fordert die Wirtschaftskammer neue Signale um Arbeitslosigkeit zu bekämpfen - unter anderem eine Lockerung des Mutterschutz-Gesetzes.

WKÖ will Wirtschaft entlasten

Um prognostizierte 60.000 zusätzliche Arbeitssuchende auf dem Arbeitsmarkt unterzurbingen, schlägt die WKÖ eine Reihe von Maßnahmen vor, viele davon sind eine Verschlechterung der arbeitsrechtlichen Situation der Arbeitnehmer. So sieht die WKÖ den strengen Kündigungsschutz als Hauptgrund für die schwierige Situation von über 50-Jährigen am Arbeitsmarkt und will diesen lockern. Aber auch bei Schwangeren findet die WKÖ die Gesetzeslage zu streng.

Mutterschutz-Gesetz laut WKÖ zu streng

Das Mutterschutz-Gesetz regelt aktuell, dass werdende Mütter nicht mit schweren körperlichen Arbeiten beschäftigt werden dürfen, die für ihren Organismus oder das werdende Kind schädlich sind. Dadurch darf der Dienstnehmerin allerdings kein finanzieller Nachteil entsehen, und der Arbeitgeber muss das Entgelt weiter bezahlen. „Es kann nicht sein, dass Arbeitgeber in solchen Fällen das Entgelt ungekürzt weiter zahlen müssen“, so Martin Gleitsmann von der WKÖ.

AK: Keine Verschlechterung für Schwangere

Bei der Arbeiterkammer sieht man das naturgemäß anders und ist strikt gegen jede Verschlechterung beim Beschäftigungsverbot für Schwangere. "Es ist zwischen medizinischer und betrieblicher Freistellung zu unterscheiden", so Ingrid Moritz, Leiterin der Abteilung Frauen und Familie der AK Wien auf Anfrage der WIENERIN. "Wenn werdende Mütter aus medizinischen Gründen nicht mehr arbeiten können, gibt es die Möglichkeit einer medizinischen Freistellung und die Gebietskrankenkasse zahlt Wochengeld, das heißt, dem Arbeitgeber entstehen keine Kosten. Nur wenn werdende Mütter im Unternehmen Arbeiten verrichten, die gesundheitsschädlich sind, dann gibt es eine betriebsbedingte Freistellung und der Arbeitgeber muss das Gehalt weiterzahlen." Allerdings kann es auch die Möglichkeit geben, Schwangere für andere, nicht gesundheitsgefährdende Arbeiten einzusetzen.

Ingomat Stupar von der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit der WKÖ meint auf Anfrage der WIENERIN: "Wir wollen, dass bei einem Beschäftigungsverbot schon früher ein Anspruch auf Wochengeld entstehen soll. Damit wird vermieden, dass der Arbeitgeber ohne Arbeitsleistung mit der vollen Lohnfortzahlung belastet wird."

 

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