Wissenschaftlich bewiesen: Schwangerschaft kann unter Freundinnen ansteckend sein

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Es scheint eine goldene Regel zu geben: Poppt im Freundeskreis ein Schwangerschaftsbauch auf, folgen bald darauf mindestens zwei weitere. Und jene, die dann nichtsahnend scherzen, das gleiche ja einer Epidemie, liegen laut Wissenschaft gar nicht so falsch: Schwangerschaft kann unter Freundinnen durchaus ansteckende Wirkung haben.

Ist Schwangerschaft unter Freundinnen ansteckend?

"Wenn eine Freundin ein Kind erwartet, beeinflusst das die eigene Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, positiv", erklären die AutorInnen einer Studie aus dem Journal der American Sociological Association.
Zu Grunde liegen dieser Untersuchung die Daten von 1.720 Frauen, die an der nationalen Langzeitstudie zur Gesundheit von Erwachsenen (ADD Health) in den USA von Mitte der 1990er bis Mitte 2000er Jahre teilnahmen. In den zehn Jahren der Beobachtung wurden die Teilnehmerinnen ab dem Mindestalter von 15 Jahren wiederholt befragt. Die Hälfte der Frauen hatte bei den letzten Interviews das erste Kind bekommen.

In Rahmen der Gespräche wurden auch die Freundschaften der Frauen und deren Einfluss berücksichtigt. Vor allem unter Frauen, die seit der High School eine enge Beziehung hatten, stellten die ForscherInnen eine starke Verbindung in Sachen Schwangerschaften fest: Spätestens zwei Jahre nach der Schwangerschaft einer Freundin wurden Frauen selbst schwanger.

Dieses Ergebnis unterstützt eine deutsche Studie: Das "Risiko" für eine Frau, schwanger zu werden, steigt ihr zufolge mit jeder Freundin, die in den vergangenen drei Jahren selbst ein Kind geboren hat.

Laut Forschung drei Gründe für "ansteckende" Schwangerschaften

Die Gründe für diesen "Fruchtbarkeitseinfluss" geben die ForscherInnen der US-amerikanischen Studie wie folgt an:

1. soziales Lernen: Frauen könnten geneigter sein, selbst schwanger zu werden, wenn sie sehen, wie eine enge Freundin Schwangerschaft und Muttersein erlebt.

2. soziale Beeinflussung: Frauen würden nicht "zurück bleiben" wollen, wenn ihre FreundInnen gemeinsam die Erfahrung einer Schwangerschaft machen.

3. Kosten-Teilung: Von einem logistischen und organisatorischen Punkt betrachtet, bietet es durchaus finanzielle Vorteile, wenn zwei FreundInnen sich in Sachen Kinderbetreuung und Freizeitaktivitäten unterstützen können.

Abseits der Wissenschaft haben wir wohl alle die eine oder andere Anekdote für den "Schwangerschaftsvirus" unter FreundInnen ... Wer sich selbst davon anstecken lassen möchte, tut das wohl aus ganz individuellen Gründen. Ganz unabhängig davon: Eine gute Freundin, die eine durch Schwangerschaft und Elternsein begleitet, ist Gold wert. Ob mit Babybauch oder ohne.

 

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