Wissenschaftlich bewiesen: Deine Kinder jammern aus einem (guten) Grund

"Hör auf zu raunzen!" Wer diesen Satz noch nie zu seinem Kind gesagt hat, verdient Hochachtung. Allen anderen könnten die folgenden Tipps im Umgang mit kleinen Raunzerinnen und Raunzern helfen.

schwarz-weiss-foto eines babys, das in die kamera blickt

An manchen Tagen könnte man meinen, Kinder wären zu genau einem Zweck auf dieser Welt: um zu jammern. Wenn die Raunzerei kurz nach dem Aufstehen beginnt und Eltern bis zum großen Seufzer kurz vor dem Einschlafen in den Ohren hängt, ist man schon mal kurz vorm Narrisch Werden. Natürlich tun Kinder nix, um ihre Mitmenschen absichtlich zu ärgern, und wie so oft hat auch hier Mutter Natur ihre weisen Finger im Spiel.

3 Gründe, warum Kinder jammern - und wie man als Eltern mit Mitgefühl statt Frustration darauf reagieren kann

1. Weil sie unsere Hilfe oder Unterstützung brauchen

Kinderärztinnen zufolge ist das einer der Hauptgründe für raunzige Kinder. Über das Jammern drücken sie oft aus, dass sie am Ende ihrer kindlichen Weisheit sind und sich - ganz Kind - von einem Großen Hilfe wünschen.
Wenn Kinder gestresst, hungrig, durstig, müde oder überwältigt sind, schlägt die Laune schnell in "Notfall!" um und wird von einer schrillen, "Ich will das JETZT!"-Stimme begleitet. Denn, wissenschaftlich bewiesen: Nichts verschafft die Aufmerksamkeit anderer schneller als wirksames Jammern.

Für Eltern kann das heißen: Erstmal die basic needs abfragen - Hunger, Durst, Klo, müde, überfordert - und dann sich selbst daran erinnern, dass das Kind gerade Hilfe braucht. Die Art der Kommunikation mag haaresträubend sein, der Grund dahinter ist schlicht: "Mama, Papa, ich brauch deine Hilfe!".

2. Weil sie mehr exklusive Zuwendung brauchen

Die Psychologin Becky Bailey erklärte gegenüber dem Portal mother.ly, dass ständiges Raunzen manchmal auch auf das Bedürfnis nach mehr Bindung hinweisen kann. Wenn ein Kind besonders sensibel ist, braucht es möglicherweise mehr exklusive Zeit mit den Eltern.

Wenn dein Kind den ganzen Tag über jammert, nimm dich kurz aus der Situation und mach dir dein eigenes Stresslevel, deine Laune und die Stimmung in der Familie bewusst.

3. Weil sie Gefühle ausdrücken müssen - und nicht wissen, wie sie es sonst tun sollen

Nicht nur tatsächliches Weinen, sondern auch Jammern ist ein Weg für Kleinkinder, Traurigkeit und Enttäuschung auszudrücken. Empfehlung für Eltern: akzeptieren, zugestehen und unterstützen anstatt zu korrigieren, zu schimpfen oder zu kontrollieren. Denn je mehr auch die "negativen" Gefühle ihren Platz haben dürfen und zugelassen werden können, umso ausgeglichener der allgemeine Gefühlshaushalt - beim Kind und in der ganzen Familie.

Auf ein jammerndes Kind reagieren? Nicht leicht, aber eine große Chance für Eltern

Obwohl das Entgegenbringen von Akzeptanz, Verständnis und Mitgefühl bei einem oder mehreren jammernden Kindern oft alles andere als eine leichte Aufgabe ist, ist es auch eine tolle Chance, gemeinsam mit dem Kind zu wachsen und die Bindung zueinander zu stärken. Wissenschafter John Gottman ist überzeugt, dass ein sensibles, liebendes Reagieren auf das Raunzen langfristig das "emotionale Konto" eines Kindes auffüllt.

 

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