Wirtschaft nach Corona: Digital und lokal ist die Devise

Jede Krise bietet auch Chancen: Im Fall von Corona ist es die Digitalisierung, die bedingt durch den Shutdown einen Entwicklungssprung macht. Das ist vor allem wichtig für heimische KMU.

Digitalisierung - Die Chance nach Corona?

Wenn sich Wirtschaftsforscher*innen derzeit in einem einig sind, dann, dass wir coronabedingt in einer Rezession stecken. Viele sprechen von der womöglich tiefsten Rezession, die jemals ohne Krieg im Westen gemessen wurde. Doch es gibt auch positive Auswirkungen für die Wirtschaft, und das ist die Digitalisierung.

Der Lockdown hat Unternehmen dazu gezwungen, bei der Digitalisierung einen Quantensprung zu machen. Sämtliche Branchen haben Strategien entwickelt, wie sie weiterarbeiten können. So werden Konferenzen zu Webinaren, Mitarbeiter*innen arbeiten plötzlich doch alle aus dem Homeoffice, und in Kontakt bleiben sie über Videochats oder Messengersysteme. Aber auch die Freizeitwirtschaft fand Wege, ihre Kund*innen zu erreichen. Fitnesscenter machen Livestream-Workouts, Clubs verwandeln per Stream nächtelang das Wohnzimmer in eine Tanzfläche samt Signaturedrink per Lieferservice, und sogar Theater und Musikaufführungen werden über Bildschirm ins traute Heim gebracht.

"Die Coronapandemie wird zu einem Wendepunkt für die Digitalisierung", stellte die Europäische Investitionsbank in einem Bericht fest. Was einmal "nett zu haben war", könne nun zu einem entscheidenden Überlebensfaktor werden. Die gute Nachricht ist, dass Österreich laut der EIB-Erhebung bei Anwendungen von einzelnen Technologien in den Bereichen Robotik und Plattformen über dem EU- und US-Durchschnitt liegt. Allerdings sieht das im Gewerbe und der Dienstleistungsindustrie, also den Klein- und Mittelbetrieben und damit dem Rückgrat der österreichischen Wirtschaft, anders aus. Zwar schlagen wir uns im EU-Vergleich noch ganz gut, aber die USA sind hier viel weiter fortgeschritten.

Unterstützung für KMU

Die gute Nachricht ist, dass es diverse Initiativen gibt, um diesen Bereich der Wirtschaft zu unterstützen. So wurde von Wirtschafts- und Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck die Internetoffensive Digital Team Österreich ins Leben gerufen, bei der in Österreich angesiedelte IT- und Telekomunternehmen Bürger*innen, Klein- und Mittelbetrieben sowie Schulen ihre Services für drei bis sechs Monate gratis zur Verfügung stellen. Damit sollen auch mehr heimische Onlineverkaufsplattformen geschaffen werden. Dazu gibt es in Kooperation mit der Österreichischen Post mit shoepping.at und willhaben.at von der Styria eine weitere Initiative, um kleine Händler im Onlinehandel zu unterstützen. Da entfallen etwa verschiedene Gebühren, und es gibt gratis Marketingaktionen.

Bei allen Initiativen seid aber vor allem ihr als Konsument*innen gefragt. Kauft eure Bücher, Lebensmittel, Kosmetika, Kleidung, Spielsachen, Sportartikel und was ihr sonst alles benötigt bei heimischen Anbietern und nicht über Amazon. Das gilt übrigens auch fürs reale Shoppen. Zieht lokale Geschäfte internationalen Ketten vor. Dann werden wir uns auch nach überstandener Coronakrise über ein vielfältiges Angebot an Geschäften freuen können.

 

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