Wir haben alle Mythen über Menstruationstassen entlarvt

Kann man mit Menstruationstassen eigentlich Sex haben, können Cups stecken bleiben und was passiert mit dem ganzen Blut im Klo? Wir haben uns auf die Suche nach Antworten gemacht.

Wie mit allen neuen Dingen in Leben, existiert auch bei der Menstruationstasse so einiges an Halbwissen, das nur in bestimmten Fällen der Wahrheit entspricht.Damit ist jetzt Schluss - wir haben die gängigsten Mythen über Menstruationstassen entlarvt:

Mythos Nr. 1: Menstruationstassen sind unterwegs schwer zu säubern

Natürlich ist es auf manchen öffentlichen Toiletten nicht immer möglich die Tasse in einem Waschbecken zu waschen. In diesem Fall reicht es, wenn du die Tasse ausleerst, mit einem Toilettenpapier abtupfst und wieder einführst. Das sollte aber eher die Ausnahme als die Regel sein (mehr dazu bei Mythos Nr.14). Alternativ kannst du auch spezielle Reinigungstücher verwenden, die du im Fachhandel kaufen kannst (zum Beispiel hier).

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Mythos Nr. 2: Billige Tassen sind genauso gut wie teure

Das stimmt leider nicht, wie Verbrauchertests kürzlich erst gezeigt haben. Gerade bei einer "Investition" wie der Menstruationstasse sollte man lieber kein Sparfuchs sein - schließlich hält das gute Stück für einige Jahre und ist damit deutlich billiger als Tampon oder Slipeinlagen. Es lohnt sich daher vor dem Kauf Informationen über die besten Tassen einzuholen, zum Beispiel auf www.erdbeerwoche.at.

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Mythos Nr. 3: Für mich ist sie nicht geeignet, da ich eine starke Blutung habe

Gerade für Frauen mit starker Regelblutung ist die Menstruationstasse eigentlich ideal, da sie ein viel größeres Fassungsvermögen als ein Tampon hat und deswegen weniger oft gewechselt werden muss.

Mythos Nr. 4: Menstruationscups können in die Vagina hineinrutschen

Es mag vielleicht absurd klingen, aber viele Anbieter von Menstruationstassen berichten, dass Käuferinnen immer wieder nachfragen, ob die Tasse "eh nicht in der Gebärmutter verschwinden" kann. Keine Panik, denn der Scheidenkanal ist kein unendliches Universum, sondern eigentlich relativ kurz und eng, weshalb es unmöglich ist, dass die Menstruationstasse in deinem Körper verloren geht. Spätestens beim Muttermund ist die Reise deines Cups nämlich auch schon wieder zu Ende.

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Mythos Nr. 5: Menstruationscups können stecken bleiben

Ja, das kommt tatsächlich vor (sogar öfter als du vielleicht denkst). Eine stecken-gebliebene Menstruationstasse ist aber kein Grund zu Panik. In den meisten Fällen, bekommst du sie ohne Problem mit einigen Handgriffen wieder "heraus". Wie das funktioniert verraten wir hier.

Mythos Nr. 6: Das Spülwasser der Toilette kann zur Reinigung der Menstruationskappe benutzt werden

Das Wasser, das wir zum Runterspülen verwenden, ist zwar hierzulande sauber - in der Toilettenschüssel und unter dem Sitz lauern aber jede Menge Bakterien. Die Tasse sollte daher, wenn möglich, immer unter einem Waschbecken gewaschen werden, bevor sie wieder eingesetzt wird.

Mythos Nr. 7: Jungfrauen können die Menstruationstasse nicht nutzen

Das ist freilich Blödsinn. Genauso wie Tampons können auch Menstruationstassen schon vor dem ersten Sex genutzt werden. Empfehlenswert ist es, Tassen in der kleinsten Größe zu kaufen und sich vor dem Einführen über den Vorgang in Ruhe zu informieren.

Mythos Nr. 8: Das Blut aus der Menstruationstasse ist schlecht für das Abwasser

Menstruationstassen gelten allgemein als umweltfreundlicher und gesünder - aber gilt das auch für das Abwassersystem? Schließlich wird im Gegensatz zu Tampons und Binden das Blut nicht aufgefangen sondern direkt ins Wasser geleert. Die ExpertInnen der Wiener Kanäle gehen nicht davon aus, dass es durch die kleinen Blutmengen zu Problemen kommt - die 30 Milliliter Blut, die eine Tasse auffängt, sind für die Entsorgung absolut unbedenklich - sie werden in der Kläranlage ordnungsgemäß gefiltert. Mehr dazu hier.

Mythos Nr. 9: Das Blut kann in die Gebärmutter zurückfließen

Wir können an dieser Stelle beruhigen: Das ist rein anatomisch gar nicht möglich - nicht einmal, wenn du auf dem Kopf stehst. Die Muskeln der Gebärmutter drücken das Menstruationsblut auch aktiv aus der Gebärmutter - du brauchst dir also keine Sorgen deswegen zu machen.

Mythos Nr. 10: Mit dem Menstruationscup sollte man kein Yoga machen

Grundsätzlich gilt: ExpertInnen raten von komplizierten und intensiven Yoga-Übungen gerade zu Beginn der Periode eher ab. Wenn, dann sollten nur sanfte entkrampfende Übungen gemacht werden -Umkehrstellungen sind daher sowieso eher ungewöhnlich. Dass es bei der Umkehrhaltung zu einem „Rückfluss“ aus der Kappe kommt ist äußerst umstritten und eine Theorie, die nicht erwiesen ist.

Mythos Nr. 11: Mit Menstruationstassen kann man nicht schwimmen gehen

Natürlich geht das – es funktioniert sogar besser, als mit einem Tampon! Denn auf das lästige Fädchen, das womöglich heraushängen könnte, muss man beim Menstruationscup nicht achten. Da die Menstruationstasse ein größeres Fassungsvermögen als ein Tampon hat, musst du auch seltener zum Wechseln auf die Toilette gehen. Am besten du leerst die Tasse vor dem Schwimmen einmal aus – dann hast du deine Ruhe.

Mythos Nr. 12: Wenn ich eine Spirale zur Verhütung trage, sollte ich keine Tasse tragen.

Dieser Mythos gilt als umstritten. Grundsätzlich ist es bei den meisten Frauen, die eine Spirale eingesetzt haben, kein Problem auch die Menstruationstasse zu verwenden. In Ausnahmefällen ist es aber bereits vorgekommen, dass es zu einer Verschiebung der Spirale kam – am besten du klärst das also mit deiner Frauenärztin/deinem Frauenarzt ab, wenn du dir unsicher bist.

Mythos Nr. 13: Ich kann die Menstruationstasse beim Sex drinnen lassen

Grundsätzlich kannst du die Tasse beim Sex "drinnen" lassen - es wird nur nicht unbedingt angenehmer. ExpertInnen raten daher aus mehreren Gründen vom Tragen des Cups während dem Geschlechtsverkehr ab: Zum einen spüren beide Partner die Tasse während dem Sex, zum anderen kann durch Stoßbewegungen (durch Penis oder Sexspielzeug) der Cup zusammengedrückt werden. Wenn das Vakuum der Tasse aufgelöst wird, ist nicht mehr garantiert, dass sie dicht hält. Oralverkehr kann hingegen weiterhin problemlos praktiziert werden - dank des dichten Vakuums wird in der Regel kein Blut ausrinnen.

Wer auf die Menstruationstasse während dem Sex trotzdem nicht verzichten will, darf sich freuen. Mittlerweile gibt es spezielle Tassen, die man auch beim Sex tragen kann. Mehr dazu hier.

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Mythos Nr. 14: Mit dem Menstruationscup kann man kein TSS (Toxisches Schock Syndrom) bekommen

Auch wenn Tassenhersteller behaupten, dass es bisher noch keinen einzigen Fall im Zusammenhang mit TSS und Menstruationstassen gegeben hat, kann das Syndrom auch bei der Tasse auftreten.

Das toxische Schocksyndrom (TSS) steht häufig in Zusammenhang mit Tampons - es ist ein akut auftretendes und rasch fortschreitendes, jedoch seltenes - Krankheitsbild, das von Bakterien verursacht wird und unbehandelt zum Tod führen kann. Doch die "Tamponkrankheit" tritt auch in Zusammenhang mit Menstruationstassen auf, wie eine Studie im Fachjournal Applied and Environmental Microbiology kürzlich herausfand (mehr lesen). Die StudienautorInnen konnten nachweisen, dass jene Bakterien, die TSS verursachen auch auf Tassen zu finden waren. Einzige Möglichkeit. die Bildung dieser Bakterien zu verhindern, sei es, nach dem Wechseln die Kappe jedes Mal abzukochen (und eine zweite, saubere Tasse für unterwegs immer dabei zu haben).

 

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