Wir frischen Ihre Erinnerung auf!

Ein Kind geht im Pool unter, der Motorradfahrer stürzt ... es kann immer was passieren. Für den Notfall sollten Sie gerüstet sein. Wir haben den Bundeschefarzt des Roten Kreuzes, Wolfgang Schreiber gefragt.

1) Hin statt weg

Hat jemand ein gesundheitliches Problem, ist der erste Schritt wirklich ein „Schritt“: „Gehen Sie hin und machen Sie sich selbst ein Bild von der Situation“, sagt Wolfgang Schreiber. „Sprechen Sie die Person an. Antwortet sie, können Sie erfragen, wie Sie helfen können.“

2) Telefonieren hilft!

Ist die Person nicht in der Lage zu sprechen und es wird mehr Hilfe brauchen, als Sie leisten können, alarmieren Sie frühzeitig den Rettungsdienst über 144. „Der Calltaker in der Rettungsleitstelle erfragt gezielt, was er wissen muss“, erklärt der Mediziner. „Und: Er leitet Sie bei Erste-Hilfe-Maßnahmen auch an! Befolgen Sie einfach die Anweisungen, die er per Telefon gibt.“

3) Dreharbeiten

Überprüfen Sie, ob die Person atmet. „Überstrecken Sie ihren Nacken, das macht die Atemwege frei“, sagt der Experte. „Legen Sie dann das Ohr an den Mund und beobachten Sie den Brustkorb.“ Atmet der Verletzte, bringen Sie ihn in eine stabile Seitenlage. „Machen Sie das so, wie es Ihnen Ihr Hausverstand sagt!“

4) Lebensformel

Atmet der Verletzte nicht, haben Sie es mit einem Kreislaufstillstand zu tun. Und der erfordert Wiederbelebungsmaßnahmen: Sprich, 30-mal auf den Brustkorb drücken, 2-mal beatmen, 30-mal auf den Brustkorb drücken, 2-mal beatmen ... So lange, bis die Rettung kommt oder die Person Lebenszeichen gibt. „Trauen Sie sich das nicht selbstständig zu, hören Sie immer auf die telefonischen Anleitungen aus der Rettungsleitstelle oder aktivieren Sie weitere Passanten oder andere Ersthelfer“, rät Schreiber.

5) Kinderbetreuung

Gerät ein Kind in Not, gelten im Grunde dieselben Regeln wie bei Erwachsenen, erklärt der Bundeschefarzt: „Bei leblosen Kindern ist allerdings die Beatmung wichtiger. Das heißt: Bei der Wiederbelebung starten Sie mit 5 Beatmungen, machen 30 Herzdruckmassagen, beatmen 2-mal, gefolgt von 30 Herzdruckmassagen, beatmen 2-mal ...“

6) Helm ab

Den Helm eines verunfallten Motorradfahrers abnehmen oder nicht? Darüber kursieren unterschiedliche Infos. Ein klares „Runter damit“ kommt vom Mediziner. „Lässt man den Helm oben, entsteht vielleicht ein Problem mit der Atmung. Und beim Abnehmen gilt auch wieder: Machen Sie das aus dem Bauch heraus, trauen Sie Ihrem Gefühl!“

7) Alle(s) aussteigen

Die Intuition und der gesunde Menschenverstand spielen bei der Ersten Hilfe eine immer wichtigere Rolle. Vorbei sind die Zeiten, wo ausschließlich die im Kurs gelernten Handgriffe gefragt waren. Auch wenn es darum geht, jemanden zu retten, der sich leblos in einem Auto befindet, gilt: „Holen Sie ihn rasch raus“, sagt Wolfgang Schreiber. „Und zwar irgendwie! Vor allem, wenn der Motorraum raucht, hat die technische Rettung in dem Moment absolut Vorrang!“

8) Sie zählen!

Notfall-Nummern können Leben retten, deshalb haben Sie die österreichische 144 am besten im Handy gespeichert. Im Ausland gelten natürlich andere, z. B. 94 in Kroatien (Vorwahl vom Handy aus: +385), 118 in Italien (VW +39), 061 in Spanien (VW +34) oder 166 in Griechenland (VW +30). Infos dazu gibt’s z. B. unter oeamtc.at/laenderinfo. Den Euronotruf in eine Polizeileitstelle erreichen Sie unter 112.

 

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