WIFO-Studie sieht Handlungsbedarf bei Kinderbetreuung

Eine neue Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts gesteht der Politik zwar Fortschritte im Bereich der Kinderbetreuung zu, sieht aber noch viel Handlungsbedarf. Familienministerin Sophie Karmasin sieht ihren Weg indes bestätigt.

Margit Stratzenstaller, Autorin der WIFO-Studie, sieht im Interview mit dem ORF weiteren Handlungsbedarf für die Regierung. Neben einer stärkeren Investition in den Ausbau der Betreuungsplätze brauche es auch Anreize für mehr Väterbeteiligung: Familienförderung sei im internationalen Vergleich großzügig, aber die direkte finanzielle Unterstützung halte vor allem das traditionelle Familienbild von der Mutter, die sich zu Hause um die Kinder kümmert, und dem voll berufstätigen Vater am Leben.

Investition in Kinderbetreuungsplätze langfristig am sinnvollsten

Der Grund dafür: Derzeit fließen zwei Drittel der staatlichen Ausgaben als finanzielle Unterstützung direkt an die Familien. Eine Investition in den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze sei laut WIFO langfristig klüger und würde nicht nur Frauen beim Wiedereinstig in den Beruf unterstützen, sondern auch eine Basis schaffen, um mehr Männer für die Kinderbetreuung zu begeistern.

Laut Stratzenstaller müsse es der Staat Müttern und Väter gleichermaßen ermöglich, Beruf und Familie besser zu vereinbaren und dazu die Rahmenbedingungen setzen. Aber auch die Unternehmen sollten in die Pflicht genommen werden.

Karmasin sieht Familienpolitik auf dem richtigen Weg

Im Gespräch in der ZIB 2 am 9. April 2015 sieht Familienministerin Sophie Karmasin als Reaktion auf die Studie des WIFO ihre Politik auf dem richtigen Weg und weist auf die größte Ausbauoffensive im Bereich der Kinderbetreuung hin, die es in der Republik je gegeben hat und die im vergangenen Jahr gestartet wurde: 305 Milliarden Euro würden investiert, um Quantität und Qualität in diesem Bereich auszubauen.

 

Aktuell