Wieso ist Doomscrolling vor allem für Menschen mit Depressionen oder PTSD gefährlich?

Konsumierst du in Krisenzeiten zu viele Nachrichten, kann das ganz schön auf die Stimmung schlagen. Besonders gefährlich ist es für Menschen, die vorbelastet sind.

Wieso ist Doomscrolling vor allem für Menschen mit Depressionen oder PTSD gefährlich?

Doomscrolling. Ein Fachbegriff, der nicht unbedingt geläufig ist. Trotzdem sind viele von uns mit dem, was dahinter liegt, nur zu vertraut. Wenn Krisen auftreten, werden die Medien häufig von nur einem Thema beherrscht. Und gerade wenn dieses Thema wie damals der Beginn der Pandemie oder jetzt die Ukraine-Krise das eigene Leben betrifft, kommt man schnell in einen ungesunden News-Konsum. Man scrollt und scrollt und scrollt auf der Suche nach einer guten Nachricht oder einem Lichtblick und konsumiert dadurch nur immer noch mehr schlechte Nachrichten, bis man frustriert, hoffnungslos und unzufrieden zurückbleibt.

Immer up to date

Gerade diese dauerhaften schlechten Nachrichten führen dazu, dass man mit dem Schlimmsten zu rechnen beginnt. In Norwegen wurden rund 500 Erwachsene befragt, wie die Pandemie ihren Medienkonsum verändert hat. Eine Frau berichtete beispielsweise, dass sie zu Beginn der Pandemie sofort, nachdem sie die Augen öffnete, die Nachrichten checkte und dass auch das letzte war, was sie vor dem Schlafen gehen tat. Dazwischen schaute sie zigmal immer und immer wieder aufs Handy.

Logische Reaktion

Laut Expert*innen lässt dieses Medienverhalten, das so genannte Doomscrolling, nach ungefähr 14 Tagen wieder nach und es gelang den Testpersonen, wieder mehr Abstand zu gewinnen und Nachrichten in einem gesünderen Maß zu konsumieren. Laut Psycholog*innen ist diese intensive Suche nach Antworten eine ganz normale Reaktion auf Krisenereignisse wie den Beginn der Pandemie oder den Ukrainekrieg. Durch das exzessive Konsumieren von Nachrichten versucht man herauszufinden, ob man selbst in Gefahr ist, wie man sich schützen oder vorbereiten kann.

Verstärkte Symptome

Und während der Großteil der Menschen nach zwei Wochen Nachrichten wieder mit Abstand lesen kann, so ist das für Menschen mit Symptomen von Depressionen oder einer posttraumatischen Belastungsstörung häufig nicht der Fall und die Informationen verschlechterten ihr Wohlbefinden deutlich. Die Symptome ihrer Belastungsstörung wurden stärker, je mehr sie durch Social Media auf der Suche nach guten Neuigkeiten waren.

Expert*innen empfehlen, den Medienkonsum in Bezug auf Nachrichten zu beschränken und beispielsweise nur einmal täglich eine Vertrauenswürdige Nachrichtensendung zu schauen. Mehr Infos, wie ihr am Besten mit Nachrichten umgeht findet ihr hier.

 

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