WIENERIN testet: Wie gut sind Hightech Beauty-Treatments?

Mehr Glow, pralle Haut, weniger Unreinheiten und Flecken: Wir haben vier Beauty-Treatments aus der Hightech-Ecke getestet.

Beauty-Treatments

Was in den 00er-Jahren die Gesichtsmaske war (no shame, wir lieben sie immer noch und werden auch nicht damit aufhören) ist inzwischen das Lasergerät: Hightech in der Beautybranche ist der neueste Trend. Aber funktioniert das? Wir haben vier Treatments getestet.

1. Laser gegen Pigmentstörungen - getestet von WIENERIN-Kolumnistin Martina Parker

Die Überproduktion des Farbstoffs Melanin lässt die braunen Flecken sprießen. Das passiert vor allem, wenn man – so wie ich – früher mit Sonnenschutz geschlampt hat. Die Flecken sind zwar gutartig, stören mich aber trotzdem.

Die Beratung:
Nach einer Hautanalyse und Vorbesprechung (IPL ist nichts für dunkle oder gebräunte Haut oder Menschen, die Johanniskraut nehmen) befindet Hautarzt Babak Adib, dass ich eine ­geeignete Kandidatin bin. Flecken sind immer heikel zu behandeln, da man nie weiß, wie alt sie sind und wie weit sie in die Tiefe gehen.

Die Behandlung:
Ich bekomme eine Schutzbrille aufgesetzt, und das Lasergerät beschießt meine Flecken. Das fühlt sich circa so an, als würde ein Gummiringerl gegen die Haut geschnalzt. Danach fühlen sich die behandelten Stellen an wie nach einem Sonnenbrand. Nach einer Stunde hat sich alles beruhigt – dafür sehe ich am nächsten Tag extrem gerötet aus. Mit Make-up lässt sich das aber einigermaßen kaschieren. Der Schorf erinnert an Schürfwunden, tut aber nicht weh. Nach zehn Tagen sind die behandelten Stellen makellos. In zwei weiteren Sitzungen wird den restlichen Flecken der Garaus gemacht.

So geht's weiter:
Dr. Adib rät zu einem abschließenden Retinolpeeling für noch mehr Ebenmäßigkeit, warnt aber: Selbst wenn ich ab jetzt immer mit hohem Lichtschutzfaktor in die Sonne gehe, können die Flecken wiederkommen. Denn es gibt keinen 100-prozentigen Sonnenschutz. Dann müsste man noch mal behandeln.

Fazit:
Ich bin mit dem Ergebnis extrem zufrieden. Die störenden Flecken sind (vorläufig) weg, die Haut wirkt aber auch insgesamt glatter und feinporiger.

Wie funktioniert es?
Mit dem IPL-Laser (­Intense Pulsed Light) wird eine ­Photooxidation ausgelöst. Dadurch kommt es zuerst zu einer leichten Verdunklung der Pigmentflecken (dem „Dirty Look“) und Rötungen. Nach circa fünf Tagen bildet sich Schorf, nach acht bis zehn Tagen werden die pigmentierten Hautzellen abgestoßen. Ideal sind drei Behandlungen im Abstand von je circa drei Wochen. Kosten: je € 200,– fürs ganze Gesicht. (Info: wien-hautarzt.com)

2. Straffender Ultraschall - getestet von Lucie Knapp (WIENERIN Beauty Redakteurin)

Auf einer Pressekonferenz lerne ich Ultherapy kennen, eine ästhetische Behandlung, die einen Liftingeffekt verspricht und sich vor allem für das untere Gesicht und den Hals eignet. Interessiert mich, denn es spricht einen meiner Komplexe (Tendenz zum Doppelkinn) und eine meiner Altersängste (Hängebäckchen zu entwickeln) an.

Die Beratung:
Um die Methode zu testen, besuche ich Katrin Bartsch (theaesthetics.at). Die Ärztin erklärt, dass Ultherapy sich für Menschen zwischen 35 und 60 eignet, die zumindest ein bisschen Speck haben. Ganz dünnen Leuten rät sie davon ab. Wenn man Fieberblasen hat, darf man gar nicht – die Hitze würde das ­Virus aktivieren.

Die Behandlung:
Ich bekomme eine betäubende Salbe aufgetragen. Ein Schmerzmittel lehne ich ab – ich will ja wissen, wie es sich anfühlt. Katrin Bartsch zeichnet die zu behandelnden Stellen ein, bittet mich auf die Liege und legt los. Über einen Bildschirm beobachtet sie, in welcher Gewebetiefe sie sich bewegt, und schickt Zentimeter für Zentimeter fokussierte Ultraschallenergie unter die Haut. Jeder dieser Impulse fühlt sich wie eine Reihe aufeinanderfolgender Pikser an. Manche davon spüre ich kaum, andere tun schon weh – autsch. Nach zwei Durchgängen für unterschiedliche Gewebetiefen und 40 Minuten sind wir fertig.

So geht’s weiter:
Meine Kieferpartie fühlt sich wie nach einer starken Massage an – muskel­katerähnlich. Ich bin aber nicht rot und habe auch keine Quaddeln, wie sie manchmal auftreten können. Der „Muskelkater“ ist nach etwa zwei Wochen weg, den Straffungseffekt sehe ich sofort. Meine Kinnlinie ist definierter. Die Ärztin erklärt: „Der Effekt bleibt auch. Was jetzt etwas Geduld braucht, ist die Kollagenneubildung. Das Ergebnis wird in den nächsten Wochen noch besser.“

Fazit:
Ich finde die Behandlung super – besser, als ich mir eingestehen will. Der Effekt ist dezent und natürlich, aber für mich trotzdem gut sicht- und fühlbar. Der Preis ist halt recht stolz.

Wie funktioniert es?
Mit Ultraschall werden Hitzepunkte in die tiefen Hautschichten gesetzt, ohne die Hautoberfläche zu verletzen. Dadurch strafft sich das Gewebe und beginnt, neues Kollagen zu bilden. Einen ersten Effekt sieht man gleich, das volle Ergebnis nach sechs Monaten. Das Treatment ist mit einer Sitzung abgeschlossen. Der Preis: je nach Region und Impulsanzahl bei Katrin Bartsch ab € 890,–, Wangen, Kinn und Hals bei voller Intensität circa € 1.390,–. (Info: ultherapy.at)

3. Facelift light - getestet von Birgit Brieber (Stv. Chefredakteurin WIENERIN)

Seit einigen Jahren wird ­meine Haut gefühlt immer dünner und schlaffer – Äderchen und Augenringe zeichnen sich ab. Für Filler fühle ich mich zu jung (und bin viel zu feig) und hoffe deshalb auf magische Kosmetikerhände.

Die Beratung:
Man merkt: Hier sind Vollprofis mit anspruchsvollen KundInnen am Werk. „Ihre Haut hat Entzündungen, die Poren könnten kleiner sein, und an der Ebenmäßigkeit sollten wir auch arbeiten“, stellt die Kosmetikerin fest, während sie mein Gesicht inspiziert. Schema F gibt es hier nicht: Jede Behandlung wird individuell abgestimmt.

Die Behandlung:
Nach einer exfolierenden Lotion und einem Peeling geht es los. Es wird intensiv mit speziellen Klopf- und Streichbewegungen entlang der Kinnlinie, Wangen- und Augenkontur massiert; zuerst nur eine Gesichtshälfte, sodass man den Unterschied im Spiegel sehen kann. Und tatsächlich, die andere Hälfte wirkt, als wäre sie traurig. Nach der Massage folgt galvanischer Reizstrom. Dieser wirkt auf niedriger Frequenz straffend, Hochfrequenzen entzündungshemmend. Dafür nimmt die Kosmetikerin zwei Elektroden mit angefeuchteten Schwämmchen am Ende in die Hand und gleitet über die Haut. Fühlt sich etwas kribbelig an, tut aber gar nicht weh. Zum Schluss folgt Pflege.

So geht’s weiter:
Direkt nach der Behandlung denke ich: „Wow, mein Gesicht sieht wirklich wacher und definierter aus!“ Am nächsten Morgen ist aber leider schon wieder alles beim Alten. Für nachhaltige Erfolge sollte man anfangs wöchentlich, dann alle zwei Wochen zur Behandlung.

Fazit:
Der Soforteffekt hat mich total überzeugt. Das empfohlene zweiwöchige Intervall ist mir auf Dauer aber zu teuer.

Wie funktioniert es?
Egal, welches Spezial-Treatment man in Biologique Recherche-Partnerinstituten bucht, die Massage mit Lifting-Soforteffekt ist dabei. Die Pflegeschritte sind modulartig aufgebaut und auf den Hauttyp abgestimmt. Alle Produkte riechen nach ihren hochwirksamen Inhaltsstoffen (wie z. B. Hefe, Kürbis und Zwiebelextrakt) und sind parfumfrei. Strom sorgt für straffe Haut.
Eine Soin Lift C.V.S + Remodeling Face-Behandlung kostet etwa € 165,–. (Info: brclinic.at.)

4. Licht gegen Akne - getestet von Stephanie Rosicka (WIENERIN Creative Solutions)

Ich überschminke es zwar gut, aber an den Wangen plagen mich immer wieder Akneschübe. Normale Anti-Pickel-Pflege reicht da nicht. Sebacia gilt als die erste Aknebehandlung, die ohne Chemie wirkt und bei den Ursachen ansetzt: den überaktiven Talgdrüsen und verhornenden Poren.

Die Beratung:
Die Dermatologin Tamara ­Meissnitzer (hautarzt.md) ist eine der Ersten in Österreich, die Sebacia anbieten. Das Treatment ist erst seit zwei Jahren am Markt. Sie erklärt: „Man konnte Talgdrüsen bislang nicht mit Laser behandeln, weil das Licht durch sie durchgeht. Wir präparieren die Talgdrüsen mit Goldpartikeln, sodass sie der Laser erfassen kann. Es ist wie mit schwarzem Stoff in der Sonne: Er wird heiß, während weißer Stoff kühl bleibt. Richtig markiert, erhitzt der Laser die ­Talgdrüse und modifiziert die Talgproduktion.“

Die Behandlung:
Fürs Lasern klebt die Assistentin ­meine Augen ab, trägt die dunkle Goldpartikelfarbe auf und arbeitet sie mit einem Massagegerät über die Poren in die Talgdrüsen ein. Sie streift die Farbe vorsichtig ab, sodass die Haut sauber, aber jede Pore dunkel sichtbar ist. Dann wird gelasert. Mich reißt es ein bisschen – man spürt die Lichtblitze, aber es ist erträglich. Beine epilieren ist schlimmer.

So geht’s weiter:
In den Tagen danach fühle ich mich, als hätte ich einen Sonnenbrand, und spüre einige Pickel kommen. Tamara Meiss­nitzer sagt: „Ist normal. Die Haut beginnt zu arbeiten.“ Nach drei Laserterminen ist die Behandlung fertig. Jetzt heißt es warten. Fünf Wochen später ist die Haut deutlich besser: Pickel erscheinen nur noch punktuell, vor allem vor der Regel. Die Ärztin schickt mich zum Hormonspezialisten – und tatsächlich: Mein Progesteronspiegel ist zu niedrig und muss separat behandelt werden.

Fazit:
Ich bin froh, dass es das Treatment gibt, und auch, dass ich darüber das Hormonthema entdeckt habe. Schade, dass es nicht wie die medikamentösen Kuren von der Krankenkasse gezahlt wird.

Wie funktioniert es?
Beim ersten Arzttermin wird die Haut analysiert und – wenn nötig – vorbehandelt, um Verhornungen zu reduzieren. Dann folgen drei Termine im Wochenabstand, bei denen Goldpartikel, sichtbar als schwarze Flüssigkeit, in die Haut massiert werden; anschließend wird gelasert. Nach zwei Monaten sieht man erste Ergebnisse, nach zwölf Monaten sind im Durchschnitt 85 Prozent der Pickel weg. Kosten für die gesamte Behandlung: ab € 990,–.(Info: sebacia.de.)

 

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