WIENERIN schaut Game of Thrones: Seifenoper in Winterfell

Es ist ja so: In der WIENERIN Onlineredaktion sitzen zwei Frauen, die sind ziemlich vertraut mit dem ganzen Firlefanz auf Planetos. Montags sitzen sie jetzt also die nächsten Wochen immer vorm Fernseher - und teilen ihre Gedanken zur letzten Staffel "Game of Thrones" dann hier. Heute mit Folge 1: "Winterfell"

Game of Thrones - Staffel 8

Endlich ist sie da: Die achte und letzte Staffel von Game of Thrones. 67 Folgen voller Gewalt und Machtkämpfe, mit Sex und Drachen, mit Misogynie und Empowerment, liegen hinter uns. Es war nicht immer leicht, aber wir haben bis hier hin durchgehalten. Und auch die aktuelle Folge "Winterfell" für dich geschaut. Was du wissen musst:

Das YAY (oder die Liebe)

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Die Frauen, wir lieben sie. Also alle. Ja, auch dich Cersei! Nach sieben Staffeln mit wenigen Ups und sehr vielen, von patriarchalem Shit, sexueller Gewalt und Unterdrückung geprägten Downs, sind alle weiblichen Figuren sowas von in ihrer Rolle angekommen. And they continue to shine!

Sansa, unsere Lady von Winterfell, lässt sich von nichts einlullen und beeindrucken. Da kann Daenerys mit noch so viele Drachen und SoldatInnen in Winterfell zur Hilfe einmarschieren, die Lady ist unimpressed. Und spricht Tyrion gleich mal sämtliches Genie ab, weil der Cerseis leeren Versprechungen glaubt. Arya hat auch erkannt, wer die Klügste hier ist und hält zur Schwester, auch wenn ein liebestrunkener Jon Snow hinterm Rücken über Sansa ablästern will. Das sollte er lieber sein lassen, denn Tyrion hat schon ganz richtig erkannt: "Many underestimated you. Most of them are dead now." Und das kann man sich auch auf einen Polster sticken lassen.

Das Meeeeh (oder *augenrollen*)

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In Game of Thrones geht es um Macht. Das ist zentrales Kernthema seit Staffel 1, wie Cersei damals schon zusammengefasst hat: Power is Power. "Winterfell" rutscht mit seinen romantischen Subplots aber in eine etwas absurde "Reich und Schön"-Dramatik. Da gibt es Eifersüchteleien (von Drachen und Geschwistern), Schwert-Schwanzvergleiche und peinliche Flirtversuche. "How does a southern girl like you keep warm in the North", höhö, hochgezogene Jon-Snow-Augenbraue ist ein Endbeweis dafür, dass die Serienmacher David Benioff und D.B. Weiss nicht die flüssigsten Dialoge schreiben.

Wenn das so weitergeht, stirbt am Ende wohl niemand. Stattdessen heiraten alle und leben happily ever after in einem Winterwonderland. Wir befürchten ein ultimatives Serien-Buch-Crossover und einer everlasting love zwischen dem Night King und Lady Stoneheart. Hilfe.

Das WTF (oder: ???)

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Irgendjemand muss immer Sex haben, dass haben Benioff und Weiss irgendwann mal per Blutpakt beschlossen. (Vermutung.) Neben den oft kritisierten Inzest- und Vergewaltigungsszenen haben die beiden einen besonderen Faible für Geschichten mit SexarbeiterInnen, wurscht ob das dem Plot dient oder nicht. (Tut es meistens nicht). Diesem "Stil" bleiben sie auch in "Winterfell" treu und lassen Bronn gleich mit drei plaudernden Frauen im Bett rumwalgen. Der Witz dabei soll wahrscheinlich sein, dass die Frauen ihren Job nicht besonders ernst nehmen. Weil sie halt währenddessen reden. Oder so. Dann gibt es noch einen Sidejoke zu sexuell übertragbaren Krankheiten. Wow, groundbreaking humor. Kann jetzt bitte jemand der jungen Frau mit den Pocken helfen? Danke?

Bonus-LOL oder: Worüber wir unerwartet gelacht haben

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Die Golden Company und ihr, dem königlichen Zwillingsbruder wie aus dem Gesicht geschnittenen, Kommandant Homeless Harry Strickland haben es endlich nach Westeros geschafft. Mit der Söldnerarmee will Cersei ihre Herrschaft sichern. Nur: Die Elefanten mussten in Essos bleiben. Das hat Cersei zutiefst und nachhaltig enttäuscht. Die böse Königin als Elefantenliebhaberin. Wer hätte das gedacht?

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