WIENERIN Lounge

Finanzielle Unabhängigkeit – wer braucht die nicht? In der WIENERIN Erste Bank Lounge diskutierten Experten über Wege zum selbstbestimmten Geldleben.

Beim Vermögen sind Frauen vorsichtig: Sie legen ihr Geld nicht so riskant an wie Männer. Wenn sie sich denn selbst um Finanzgeschäfte kümmern ...
Denn immer noch viel zu oft legen Frauen die Verantwortung für das familiäre Geldleben in die Hände ihrer (männlichen) Partner. Warum eigentlich? Und was können Frauen tun, um ihre finanzielle Unabhängigkeit zu
wahren? Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine Expertenrunde bei der ersten WIENERIN Erste Bank Lounge 2012.

Traut Euch!

Hans W. Grohs, Geschäftsführer des Dachverbands der
österreichischen Schuldnerberatungen, stellte fest: „Frauen geben ihren Männern die Informationshoheit
über das gemeinsame Geldleben."

Erfolgscoach Ingrid Mylena Kösten appellierte deshalb an die Leserinnen im Publikum: „Als Frau muss ich für
Autonomie stehen, die ich nicht für eine Symbiose mit dem Partner aufgeben darf. Sonst kann man die eigene

Emanzipation vergessen!"
„Das Modell des Mannes als Ernährer hat ausgedient", sagt auch Christian Fellner, Anwalt und Experte für
Familienrecht. „Es heißt immer: ‚Die Ehefrau hat sich entschieden, sich um Haushalt und Kinder zu kümmern.‘

Das ist schon der erste Fehler! Beide Eltern müssen sich um die Kinder kümmern." Denn die Folge, wenn die
Frau allein die Last der fehlenden Einkommensjahre
trägt, lautet: „Eine von zehn Frauen kann sich eine Scheidung gar nicht leisten. Und damit auch kein Leben, wenn die Ehe hält und dafür dem Mann etwas zustößt."

Susanne Höllinger, Leiterin der Abteilung Private Banking der Erste Bank, sagt: „Vertrauen und Geld? Schwierige Beziehung. Geld gehört niemandem ,anvertraut‘, es gehört
selbst geregelt."

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Expertenrunde
WIENERIN Chefred. S. M. Steinitz (3. v. l.) mit Hans W. Grohs, GF der Schuldnerberatungen GmbH, Erfolgscoach Ingrid Mylena Kösten, Rechtsanwalt Christian Fellner und Susanne Höllinger, Leiterin Private Banking der Erste Bank.
3 Bausteine für ein Sorgenfreies Leben sind Gesundheit, Liebe und Finanzen. Eines davon auszuklammern ist ein großer Fehler", betont Frau Höllinger. „Frauen haben mehr Bedarf nach privaten Gesundheitsleistungen. Dafür sollte vorgesorgt sein." 7 von 10 Frauen haben private Gesundheitskosten zu tragen. Jede zweite dieser Frauen hat Ausgaben für Massagen oder Physiotherapien, gefolgt von Alternativmedizin (47%) und Privatärzten (45%). Je höher das Einkommen, desto mehr wird auch für private Gesundheitsleistungen ausgeben.

Die Grundregeln des Geldlebens
Wie Frauen ihre finanzielle Unabhängigkeit bewahren -
und wo sie/Sie sich bei Männern durchaus etwas abschauen können.
1. Frauen sehen die Übergabe der Verantwortung für die Finanzen an den Partner als vertrauensfördernde Maßnahme für die Beziehung. Männer können das viel besser trennen. Nachmachen! Wichtiger Grundsatz: Die Wörter „Vertrauen" und „Geld" haben in ein und demselben Satz nichts verloren! Behalten Sie als Paar getrennte Bankkonten, maximal gibt es zusätzlich ein gemeinsames Konto für bestimmte Ausgaben.
2. Sehen Sie den Haushalt als Unternehmen!
Gerade für Menschen, die immer wieder an ihren Überziehungsrahmen stoßen, sind die Erstellung eines Haushaltsbudgets und das Führen eines Kassabuchs DIE Instrumente, um ein Gefühl für das eigene Geldleben - und den Überblick darüber
- zu bekommen.
3. Die drei größten Schuldenfallen: fehlende Planung des Haushaltsbudgets, unkontrollierte Ausgaben und gemeinsame Kredite mit dem Ehemann/ Partner. Fast jede fünfte Frau rasselt mit einer Bürgschaft ins Verderben. Tipp: Statt eine Bürgschaft für den Partner zu unterschreiben, lieber zwei getrennte Kredite aufnehmen.
4. Wichtig ist die Erkenntnis: Finanzielle Unabhängigkeit brauche ich nicht nur vom Partner, sondern auch von den Banken! Ziel sollte sein: Verstehen, wie viel man hat, und vorher überlegen, was man damit macht.
5. Frauen sprechen zu wenig mit anderen Frauen über Geld und Geldanlagen. Männer tun das andauernd, geben einander Tipps und profitieren von der Erfahrung der Freunde. Nachmachen!
6. Einfach zum Nachdenken: Die durchschnittliche Pension eines Mannes liegt bei € 1.650,-. Die der Frau bei € 750,-

Gesundheit, Liebe und Finanzen
Was diese 3 Begriffe gemeinsam haben, verrät eine repräsentative Umfrage der Erste Bank.

Nur jede fünfte Frau hält Finanzen für Frauensache. Doppelt so viele der Befragten aber sind der Meinung, dass Finanzen Männersache sind. Susanne Höllinger, Leiterin des Private Banking der Erste Bank Oesterreich, ist überzeugt: „Frauen sollen das Thema Geld und Finanzen nicht den Männern überlassen. Wir etablieren uns im Beruf und bringen die Familie unter einen Hut. Die Finanzen sollen da nicht auf der Strecke bleiben." Durchschnittlich sorgen die Österreicherinnen mit € 253.- für sich vor. Das sind nur 5% weniger als bei den Männern, und das obwohl Frauen durchschnittlich 40% weniger des Einkommens zur Verfügung haben. Dieser Einkommensunterschied resultiert daraus, dass beinahe die Hälfte aller Teilzeitmitarbeiter Frauen sind. Dennoch legen sie fast denselben Betrag pro Monat zur Seite. „Das ist eine gute Entwicklung. Frauen verabschieden sich
immer mehr vom Klischee der finanziell abhängigen Frau", so Susanne Höllinger.

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