Wien bietet 1000 jungen Flüchtlingen neue Bildungsangebote

„StartWien – Das Jugendcollege“ bietet 1000 Kursplätze für jugendliche ZuwanderInnen, vorwiegend AsylwerberInnen und –berechtigte, die nicht mehr schulpflichtig sind.

Während andernorts darüber diskutiert, ob junge Flüchtlinge an der Ferienbetreuung teilnehmen dürfen oder nicht, setzt Wien mit dem "Jugendcollege" ein wichtiges Zeichen. Ziel ist es die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 21 Jahren in einem modularen System fit für den Einstieg in eine weiterführende Schule oder berufliche Ausbildung zu machen. Nach einer Ausschreibung wurde das Siegerprojekt für „StartWien – Das Jugendcollege“ ausgewählt, das heute im Rahmen einer Pressekonferenz der Stadträtinnen Sandra Frauenberger und Sonja Wehsely (beide SPÖ) vorgestellt wurde.

So funktioniert Integration wirklich


„Bildung ist der Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe. Das Jugendcollege schließt eine Lücke in der Integration von Flüchtlingen zwischen Schulpflicht und Arbeitsmarktmaßnahmen. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen erhalten damit nicht nur eine Aufgabe und Tagesstruktur, sondern vor allem eine Perspektive für die Zukunft“, so die Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger.



Sonja Wehsely, Wiener Sozialstadträtin, ergänzt: „In Wien gilt das Motto ‚Integration ab dem 1. Tag‘. Damit geben wir bereits AsylwerberInnen von Anfang an Chancen und Perspektiven, damit sie rasch unsere Sprache lernen und später ein eigenständiges Leben führen können. Wien nutzt bereits die Zeit bis zum Abschluss des Asylverfahrens, damit die Menschen später mit einem positiven Asylbescheid einen besseren Start in ihr neues Leben haben. Der Berufseinstieg und damit die finanzielle Unabhängigkeit fallen damit auch leichter. Hier haben wir als Stadt auch eine Verpflichtung gegenüber den Wienerinnen und Wiener, die eine rasche Integration einfordern.“

Das Jugendcollege – ein Bildungsprojekt mit 1000 Kursplätzen


Eine Jury, bestehend aus den FördergeberInnen MA 17, Arbeitsmarktservice Wien (AMS) und dem Fonds Soziales Wien (FSW), entschied sich für das eingereichte Konzept des Bieterkonsortiums bestehend aus neun PartnerInnen (Die Wiener Volkshochschulen GmbH, WUK-Verein zur Schaffung offener Kultur-und Werkstättenhäuser, Caritas , Integrationshaus, Interface Wien, abz*austria, equalizent, PROSA, BPI der ÖJAB) mit der VHS Wien als Leadpartnerin. Das Angebot startet ab dem Spätsommer an zwei Standorten in Wien: Der erste wird in der Spitalsgasse 5-9, 1090 Wien, sein, der zweite Standort wird gerade fixiert.



Mario Rieder, Vertreter der Leadpartnerin VHS Wien zum Jugendcollege: „Vermittelt werden die TeilnehmerInnen über die Bildungsdrehscheibe an das Programm, nach einer Clearingphase werden die Jugendlichen ausgewählt. Ein individueller Bildungsplan wird erstellt, je nach Lernbedarf steigen die TeilnehmerInnen auf unterschiedlichen Niveaus ein. Neben dem Hauptfokus der Sprachkompetenz können zusätzliche Module wie IKT, Englisch, Berufsorientierung oder Werkstatt-Arbeit besucht werden.“

"Die Zeit der Grundversorgung nicht ungenutzt verstreichen lassen"


Auch Flüchtlingskoordinator Peter Hacker, Geschäftsführer des FSW, begrüßt den Start des Jugendcolleges: „Die Zeit der Grundversorgung dauert viel zu lange, als dass wir sie ungenutzt verstreichen lassen dürfen. Unser Ziel ist es, gerade Jugendliche und junge Erwachsene so rasch wie möglich fit zu machen für ein eigenständiges Leben. Das ist die beste Maßnahme, wenn wir verhindern wollen, dass Flüchtlinge auf bedarfsorientierte Mindestsicherung angewiesen sind und die beste Maßnahme zur Kriminalitätsprävention. Außerdem ist es die wichtigste Vermittlung des Grundprinzips unserer Gesellschaft: Jede und jeder Einzelne trägt durch Arbeit zum Funktionieren des Kollektivs bei.“

 

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