Wiederholungszwang

Es gibt zwei Formen des Wiederholungszwangs, einerseits ist es der Drang, Dinge mehrmals zu tun, andererseits gibt es den Begriff auch in der Psychoanalyse, der besagt, dass manchen Menschen wiederholt das Selbe passiert. Da die zweite Form dieser Störung eher unbekannt ist, gibt es hier das Wichtigste dazu.

Das Konzept des Widerholungszwangs geht auf Freud zurück. Dabei gelingt es dem Betroffenen
nicht, seine traumatischen Erfahrung abzulegen, die ihn in Form nicht abzuschüttelnder Erinnerungen, Träume oder Handlungen heimsuchen, stattdessen muss er sie unbewusst in seinen aktuellen Beziehungen reinszenieren.

Therapeuten erleben in ihrer Praxis tagtäglich Menschen, die bestimmte leidvolle Situationen ständig wiederholen. Hartnäckig halten sie gerade an solchen Verhaltensweisen oder Beziehungsmustern fest, unter denen sie am stärksten leiden. So geschieht es, dass Frauen, die als Kinder misshandelt wurden, heute als Prostituierte arbeiten. Oder sie werden in jeder Liebesbeziehung nach kurzer Zeit wieder verlassen.

Die problematische Seite des Wiederholungszwangs zeigt sich besonders in zwischenmenschlichen Beziehungen. Sigmund Freud beobachtete, dass sich oft auch bei scheinbar nicht neurotischen Menschen bestimmte schlimme Beziehungskonstellationen wiederholen. Das veranlasste ihn den Wiederholungszwang auch als etwas Schicksalhaftes zu betrachten. Anders ausgedrückt, macht man z.B. in Beziehungen immer wieder die selben Erfahrungen, obwohl man es mit verschiedenen Menschen zu tun hat.

So bilden sich Muster, denen ein Mensch immer wieder folgt. Die Erziehung in der Familie, überhaupt in der Gesellschaft, fordert oder begünstigt solche Prägungen. Dazu kommt, das bereits Erlebtes eine gewisse Vertrautheit besitzt, in die man sich gerne wiegt.

Ausbrechen

Um aus diesem Muster auszubrechen, muss man sich bewusst werden, dass es nicht normal ist, dass einem immer das Selbe passiert. Ist man erstmal an diesem Punkt angekommen, ist es wichtig eine Therapie zu beginnen, die einem dabei hilft, aus diesem Wiederholungsschema auszubrechen und ein neues Leben zu starten.

Wiederholungszwang/Zählzwang
Die andere Form des Wiederholungszwangs wird auch Zählzwang genannt.
Bestimmte, alltägliche Handlungen werden von Betroffenen mit einem Wiederholungszwang ständig wiederholt. Meist, bis eine bestimme Anzahl erreicht wurde. Erst dann fühlen sich die Betroffenen wohl. Wird die Anzahl nicht erreicht glauben sie, ihm oder einer nahe stehenden Person könnte etwas schlimmes zustoßen.
 

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