Wie wichtig ist Sex im Alter?

Sind Frauen im Alter wirklich asexuell? Oder wird es Zeit, dass die Gesellschaft ihren Blickwinkel auf Sex im Alter ändert?

Wie wichtig ist Sex im Alter?

In unserer Welt geht es viel um Sex. In Filmen, Büchern, Plakaten und der Werbung. Meistens, wenn wir darüber sprechen, dann findet dieser Sex im Zusammenhang mit jungen Menschen statt. Ist Sex den Jungen vorbehalten? Oder passiert, auch wenn die ersten Fältchen auftauchen, noch mehr im Schlafzimmer, als man als junger Menschen vielleicht erwartet?

Laut der Bundeszentrale für politische Bildung in Deutschland ist es ein Problem, dass im Zusammenhang mit Sexualität nur junge Menschen gezeigt werden. Das führt noch mehr dazu, dass viele am jung bleiben festhalten. Mit dem Alter verbindet man, dass man körperlich abbaut und damit das sexuelle Lust einfach verschwindet oder erlischt. Und deshalb erwartet man automatisch, dass ältere Menschen asexuell sind. Diese Vorstellung, die vor allem jüngere Menschen haben, hat aber nichts mit der Realität zu tun!

Zweiter Frühling

Serien und Filme versuchen das langsam aufzubrechen. So bringen die zwei Seniorinnen in der Serie Grace and Frankie beispielsweise einen Vibrator für Seniorinnen auf den Markt. Auch in dem Reboot von Sex and the City geht es vermehrt um das Sexleben der über 50-jährigen Frauen. Doch diese Beispiele bleiben nach wie vor leider Ausnahmen.

Gerade im Alter ist die Paarbeziehung ein wichtiger Faktor dafür, wie glücklich und zufrieden man in seinem Leben ist. Und die Arten der Beziehungen im Alter haben sich verändert. Häufig ist man nicht mehr seit vielen Jahrzehnten in einer Beziehung, sondern vielleicht frisch verliebt, frisch geschieden, auf Partner*innensuche oder Ähnliches. So gibt es bei älteren Menschen mehr nicht eheliche Lebensgemeinschaften als früher und häufiger neue Partnerschaften, die erst im Alter beginnen. Stichwort zweiter Frühling. 😉

Qualität vor Quantität

Mit zunehmendem Alter verändern sich die sexuellen Kontakte. Es steht weniger die Häufigkeit als die Zärtlichkeit im Vordergrund. Qualität vor Quantität also. Menschen, denen ihr ganzes Leben lang Sex wichtig war, denen wird dies auch im Alter wichtig bleiben. Wer ohnehin das ganze Leben über weniger Lust hatte, der wird vermutlich nicht im Alter starke Triebe entwickeln, so Expert*innen. Nur weil Menschen älter werden, heißt das nicht, dass sich dies komplett verschiebt oder verändert.

Mehr Sicherheit, Freiheit und Spontanität

Besonders Frauen fühlen sich durch die Entlastung der Menopause teilweise freier und sicherer in ihrer Sexualität und finden Sex häufig sogar besser als in jungen Jahren. Dabei hilft auch der Auszug der Kinder aus dem Elternhaus. Es fällt die Periode und die Gefahr schwanger zu werden weg und keine zusätzlichen Menschen befinden sich im Haus. Das kann die Spontanität neu entfachen und auch die Möglichkeit, sich Zeit zu lassen. Und wie wir wissen, je mehr Zeit man sich lässt (Stichwort Vorspiel), umso mehr kommt das immer Frauen zugute.

Zusätzlich berichten viele Frauen, dass je älter sie werden, umso gelassener sie mit ihren Fehlern und Körperformen umgehen. Das bringt Selbstbewusstsein. Und nicht viel hilft einem erfolgreichen Sexleben so sehr wie Selbstbewusstsein. Das Sexleben im Alter ist also etwas, das durchaus existiert und auf das sich viele Frauen freuen dürfen.

 

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