Wie wehrt ihr euch am besten gegen Single-Shaming während der Feiertage?

Weihnachten ist das Fest der Liebe. Doch gerade wenn man Single ist, lieben es manche Freund*innen oder Familienmitglieder, darauf hinzuweisen, dass man allein ist. Wir haben Tipps!

Single-Shaming

"Winter Wonderlands weren't made for one, So we've all been told since we were young", singt Kelly Clarkson in ihrem Weihnachtshit Christmas isn’t cancelled just you und beschreibt damit etwas, dem sich viele Singles an den Feiertagen aussetzen müssen. All diese Fragen wie: Wo ist der*die Partner*in? Warum gibt es niemanden? Wann stellst du endlich jemand der Familie vor und was ist eigentlich mit der Familienplanung?

Die Dating-App Bumble hat eine Umfrage gemacht und herausgefunden, dass sich die Mehrheit der Singles in der Weihnachtszeit unwohler damit fühlt, Single zu sein, als das rechtliche Jahr. Daran hat die Gesellschaft Mitschuld. Denn alle gehen davon aus, dass man als Single nur in einer Zwischenphase ist, die es zu überbrücken gilt, bis man endlich wieder jemanden gefunden hat. Als wäre das Leben weniger lebenswert, wenn man nicht in einer Partnerschaft ist.

Schlechte Stimmung

Die Hälfte der Singles kennt es leider, dass die Stimmung unterm Weihnachtsbaum durch die ständigen Rückfragen von Freund*innen und Familie bezüglich dem Beziehungsstatus schlechter wird. Dabei darf man nicht vergessen: 43 Prozent der Singles auf Bumble sind freiwillig ohne Partner*in. Es gibt also keinen Grund für Mitleid.

Und auch wenn die Fragen zum Beziehungsstatus nicht böse gemeint sind, so schadet es trotzdem nicht, wenn man die besten Antworten auf blöde Fragen bereit hat. Nicole Engel, Psychologie-Expertin von Bumble weiß, was man sagen kann:

"Wie sieht es denn bei dir in Sachen Liebe aus?"

Nicole Engel fände eine gute Antwort darauf wäre: "Super, ich sage nur: Selbstliebe. Ich bin da auf einem sehr guten Weg und konzentriere mich auf viele Dinge die mir wichtig sind und mich weiterbringen." Wenn solche Fragen kommen, darf man ruhig das Gegenüber erinnern, dass wir die meiste Zeit unseres Lebens mit uns selbst verbringen und diese Beziehung die Wichtigste sein sollte. Gerade zur Weihnachtszeit macht es daher Sinn, sich selbst mehr in den Fokus zu stellen, sich zu verwöhnen und intensiv auf die eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu achten.

"Wo ist denn deine bessere Hälfte?"

Die Frage ist in jedem Fall schwierig, auch wenn sie einer Person in einer Beziehung gestellt wird. Denn das impliziert, dass man nicht komplett oder weniger bedeutsam ist, so wie man alleine ist. Das Glück von niemandem sollte von einer Partnerschaft abhängen, im Gegenteil. Es entsteht durch unser Selbstbewusstsein, unsere Beziehung zu uns und verschiedene Erfahrungen, die wir machen. Eine souveräne Antwort auf eine derartige Frage wäre laut der Expertin daher: "Welche Hälfte? Ich stehe hier voll und ganz vor dir."

"Der Nachbarssohn wäre doch was für dich!"

Oh ein Klassiker. Die lieb gemeinten Verkupplungsversuche. Meistens wird die Auswahl, ob man zusammen passen würde, nur aufgrund des Beziehungsstatus getroffen und nicht deshalb, weil man ähnliche Interessen, Persönlichkeiten, Bedürfnisse oder Lebensziele hat. Er*Sie ist Single, also wird schon passen. Besser als nichts. Cool bleiben empfiehlt Nicole Engel: "Wie kommst du denn darauf? Der Vorschlag ist sicher nett gemeint, aber ich nehme Dating lieber selbst in die Hand, wenn ich Lust darauf habe. Ich denke, das wird besser passen."

"Willst du denn keine Kinder? Langsam solltest du dich ranhalten."

Die Frage nach Kindern geht prinzipiell gar nicht. Egal in welchem Beziehungsstatus. Das mal vorweg. Mal davon abgesehen, dass man mit niemandem über Sex und mögliche Ergebnisse reden muss, wenn man das nicht möchte. Als gute Antwort rät die Expertin hier: "Lieben Dank der Nachfrage. Jetzt wird es ja sehr persönlich. Ich habe da mein eigenes Tempo."

 

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