Wie unterschiedlich Schulen in anderen Ländern sind – und was unser Bildungssystem davon lernen kann

Wie wird in anderen Ländern so gelernt? Was machen manche Bildungssysteme besser? Ein Blick auf den internationalen Vergleich – und Verbesserungsmöglichkeiten für das österreichische System Schule.

Schule

In Österreich wird Bildung vererbt. Nicht alle haben die gleichen Chancen. Wer welche Schule besuchen und welchen Abschluss machen kann, hängt immer noch damit zusammen, welche finanziellen und zeitlichen Ressourcen das Umfeld der Schüler*innen haben. Wo gelingt Bildung besser? Das sind drei der Spitzenreiter:

PISA-Spitzenreiter China

Shanghai ist hinsichtlich der PISA-Erfolge ungeschlagen. Vor allem in Mathematik und Naturwissenschaften liefern chinesische Schüler*innen exzellente Ergebnisse. Das liegt daran, dass Shanghai überdurchschnittlich viel Bildungsequipment zur Verfügung stellt. Kinder in ländlicheren Gegenden wird der Zugang zum Schulsystem zusätzlich durch E-Learning-Kurse ermöglicht.

Und auch die Berufsaussichten wurden an die Entwicklungen der letzten Jahre angepasst: In der chinesischen Lanxiang Technical School wurde etwa E-Sport-Unterricht eingeführt. Nach dem Einstiegsjahr in verschiedenen E-Sport-Kursen werden Schüler*innen in verschiedene Untergruppen geteilt – wo manche zum Coach, Game-Manager oder andere zum Profi-E-Gamer ausgebildet werden. Auf dem Lehrplan stehen dann etwa Konzepte wie "Overwatch" (ein Mehrspieler-Ego-Shooter) oder Unterrichtseinheiten, die die feinmotorischen Fähigkeiten fördern.

Schweden als Vorreiter der digitalen Schule

In kaum einem Land wird Kindern so früh der Zugang zur digitalen Welt ermöglicht – etwa durch Unterrichtskurse wie "Programmieren" oder "Digitales Wissen". Das Digitalisierungsprogramm zieht sich aber darüber hinaus auch durch alle anderen Fächer und Bereiche. Das gelingt deshalb, weil Schweden mit seinem breiten Zugang zu schnellem Internet zu den besten digitalen Ökosystemen der Welt zählt. Im Schulalltag bedeutet das: Kinder recherchieren auf Tablets, geben Schulaufsätze online ab, gestalten grafisch Bücher oder erstellen eigene Onlinebibliotheken. Auch Schulungen in Sachen Social Media beginnen schon früh: Schon jung lernen Kinder, wie man im Netz mit Bild- und Persönlichkeitsrechten umgeht und auf Cybermobbing oder Shitstorms reagieren kann.

Finnland als eine der besten Bildungsnationen

Damit Bildung gut funktionieren kann, muss man zum Einen schon bei der Ausbildung der Pädagog*innen ansetzen und zum Anderen ins Bildungssystem investieren – so das Credo in Finnland. Finnland investiert mehr als sieben Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in die Bildung.

Zudem können Schulen in Finnland autonomer handeln und auf Grundlage von verbindlichen Bildungszielen ihre eigenen Lehrpläne erstellen. Bis zur vierten Klasse gibt es gar keine Noten, ab der fünften Klasse darf benotet werden und ab der siebten Schulstufe müssen Noten vergeben werden. Über 90 Prozent aller Jugendlichen erhalten in Finnland ein Maturazeugnis, danach können die Schüler*innen in der Sekundarstufe II je nach Interesse aus sieben verschiedenen Fachrichtungen wählen: Technik & Verkehr, Handel & Verwaltung, Naturressourcen, Ernährung & Wirtschaft, Soziales & Gesundheit, Kultur, Freizeit & Sport.

 

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