Wie uns die Corona-Krise dazu bringt, lokal zu denken

#staythefuckathome heißt es nun. Das soll die Ausbreitung des Corona-Virus eindämmen, bringt heimische kleine und mittlere Unternehmen aber in wirtschaftliche Bedrängnis. Kleine Initiativen wollen jetzt aufrütteln.

Wie uns die Corona-Krise dazu bringt, lokal zu denken

"Stell dir vor, es ist Krise, und keiner bestellt bei Amazon", schreibt die Autorin und Aktivistin Nunu Kaller auf ihrer Website. Bereits am Wochenende hat sie alle Inhalte auf ihrer Website gelöscht, auf nunukaller.com gibt es dafür nun eine Liste mit österreichischen Unternehmen, die auch jetzt, in diesen Zeiten des eingeschränkten öffentlichen Lebens, einen Online-Versand anbieten. Binnen vier Tagen hat sie fast 1.000 Einträge gesammelt. Heimische kleine und mittlere Unternehmen, die den Alltagsbedarf decken können, gibt es also mehr als genug. Man muss sie nur unterstützen - und das geht gerade auch gut von der Couch aus.

Vergesst nicht auf die kleinen Cafés und Shops!

Mit ganz viel Liebe und sozusagen hyperlokal wird gerade in der Hauptstadt zur Solidarität aufgerufen. Die Initiative #Viennaloveslocals "versucht, im Kleinen zu helfen und zusammen mit der Wiener Community eine Welle des Supports loszuschicken.“ Modebloggerin Carola Pojer (@carolapojer) stellt unter dem gleichnamigen Hashtag kleine Shops und Cafés vor, die jetzt ums wirtschaftliche Überleben kämpfen. "Die Idee kam mir am Wochenende, nach Gesprächen mit befreundeten Shopbesitzer*innen, die am Montag zusperren mussten. Da herrscht pure Verzweiflung und Existenzangst", erzählt Pojer der WIENERIN.

Sie will ihre Reichweite nun nutzen, um zu helfen und stellt in der ersten Woche der 'Ausgangsbeschränkungen' jeden Tag einen Wiener Betrieb in ihren Stories auf Instagram vor: "Gerade KMUs haben meist nicht die Mittel um sich monatelang über Wasser zu halten, aufgrund der laufenden Kosten. Die Miete muss weiter gezahlt werden, die Ware, die Gehälter, der Versand, der Strom. Das alles kann Minibetriebe sehr schnell an die Grenze bringen, wenn sie keine Unterstützung erhalten." Aber Ostern ist ja immerhin nicht mehr weit, und ein Ostergeschenke lassen sich lokal genauso gut bestellen wie bei Handelsriesen. Plus: Bei #Viennaloveslocals werde es einige Rabattcodes geben.

Und vielleicht passiert aus dem Kleinen auch ein nachhaltiges Umdenken, hofft Pojer: "Ich denke die Krise rüttelt uns gerade ein bisschen wach, lässt uns mehr evaluieren was wir wirklich brauchen und ich hoffe auch, dass wir alle wieder etwas zusammen rücken und mehr aufeinander schauen ..."

 

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