Wie Trockenvögeln euer Sexleben anheizen kann

Nein, das hat nix mehr mit "Heimlich im Schulhof" zu tun und ja, wir plädieren dafür, wieder mehr Trockensex zu haben! Denn: Wir haben Gründe …

Dryhumping

Frottage, Dryhumping oder einfach Trockensex – schon mal gehört oder gelesen? Zuletzt vermutlich in der Unterstufe beim Lesen der Ratschläge von good, old Dr. Sommer. Dry-Humping bedeutet im Grund nur, dass man sich aneinander reibt – sei das am Knie, Bein oder der Erektion des Partners*der Partnerin. Wer’s lieber alleine mag (und/oder vom Daten genervt ist), kann das Gleiche auch mit Kissen, Duschköpfen oder Polstermöbeln genießen.

Bis heute wird Trockensex eher als Sexpraktik für Teenager wahrgenommen. Das könne deshalb sein, weil Dry-Humping so ganz ohne Penetration und mit wenig bis gar keinem Hautkontakt, der perfekte Akt für jüngere Menschen sein mag, wie Sex-Expertin Jill McDevitt gegenüber HelloGiggles erklärt. "Aber wirklich, jede*r, der*die nicht will, noch nicht bereit ist oder den Haut- bzw. Flüssigkeitskontakt vermeiden will, kann es genießen." Ihr merkt schon: Höchste Zeit, Dry-Humping wieder aufleben zu lassen!

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Was beim Dry-Humping passiert

Wenn überhaupt, kennen die meisten Paare Dry-Humping wahrscheinlich als Vorspiel: "Das aneinander Reiben und Streicheln kann aber genauso gut ein befriedigendes Hauptspiel sein", so Dr. Jess O'Reilly, Host des Podcasts Sex With Dr. Jess. Besonders für Menschen mit Klitoris könne das Reiben ein effektiver Weg zum Orgasmus sein. Der Druck an der Außenseite – entlang der Lippen, der Klitoris und Vulvahügel – kann in weiterer Folge auch die inneren Schwellkörper stimulieren.

"Die Klitoris, einer jener Bereiche mit den meisten Nervenenden im ganzen Körper, ist während des Trockensex so im Fokus, wie sie das nichtmal bei Penetration oder Oralsex ist", erklärt McDevitt weiter. Zusätzlich könne man beim Dry-Humping den Druck, der auf die Klitoris ausgeübt wird, viel besser kontrollieren: "Im Grunde ist es also das Beste aus zwei Welten. Das Beste der Masturbation, bei der Sie die volle Kontrolle darüber haben, wie Sie es wollen, und das Beste des Partnersex, bei dem Sie die Intimität erleben und sich in die Augen sehen können."

Wie ihr das im Bett angeht, ist ganz euch überlassen. Möglichkeiten gibt’s viele: Das klassische Rummachen, bei dem ihr euch völlig bekleidet aneinander reibt, angreift, streichelt. Das Löffeln, bei dem sich der*die Partner*in von hinten an euch reibt oder die klassische Reiterstellung – nur eben angezogen.

Warum Trockensex so befriedigend ist

Dry-Humping wird als Sexpraktik gerne übersehen – das liegt daran, dass bei kaum einer Stellung die Klitoris so im Fokus steht wie hier. Und weibliche sexuelle Lust steht im Patriarchat schließlich an (wenn überhaupt) zweiter Stelle: "Wenn etwas klitoriszentriert ist, dann ist es etwas, das in unseren kulturellen Breitengraden bei Sexualakten eher egal ist", so McDevitt.

Kaum eine sexuelle Praxis eignet sich so gut für klitorale Orgasmen. Und dabei wird auch der Penis nicht außer Acht gelassen - keine Sorge, Patriarchat! "Auch für Menschen mit Penis kann Trockensex sehr angenehm sein. Etwa, wenn der Schaft gegen eine harte Oberfläche gedrückt wird – sei das das Bett, der Rücken ihres*ihrer Partner*in, den Po oder ein vibrierendes Spielzeug." Was das Ganze noch ein bisserl aufregender macht? Vorab ein bisserl Gleitgel in die Unterhose geben, denn Trockensex muss alles andere als trocken sein …

 

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