Wie Sie Ihre Kinder zu starken Menschen erziehen

Das Immunsystem der Seele stärken: Manche Kinder bekommen selbst im Hochsommer Grippe. Andere gehen auch bei Minusgraden noch barfuß und bleiben kerngesund. Genau wie Körper reagieren auch Seelen unterschiedlich auf Widrigkeiten. Es gibt Warnzeichen, die früh auf mangelnde seelische Widerstandskraft hindeuten: "Babys, die auffällig ängstlich sind, wenig Mimik, kaum eigenes Spielen, Ess-oder Schlafstörungen zeigen, sind gefährdet. Im Alter zwischen vier und sechs können depressiv-aggressives Verhalten, Stimmungslabilität, geringe motorische Aktivität und Albträume Hinweise sein", so die Psychologin Charlotte Hetzer. Damit Ihr Kind so schnell nichts umhaut, ist es wichtig, seine Resilienz zu stärken. "Jeder trägt von Natur aus resiliente Kräfte in sich: Neugier, Kontaktfreude, Optimismus oder Empathie helfen Kindern, selbst schwierigste Lebenssituationen zu bewältigen. Resilienz stärken heißt also oft, Vorhandenes nicht zu hemmen", sagt der Zürcher Pädagoge Jürg Frick. Wie man das in der Erziehung umsetzt? Durch vier einfache Botschaften.

"Du bist sicher"

Eine starke Schulter zum Anlehnen - auch Kinder brauchen sie. "Stabile emotionale Beziehungen zu Vertrauenspersonen sind wichtig für die soziale Verwurzelung des Kindes: Es lernt, dass es anderen nicht egal ist. Und dieses Wissen um den sicheren Hafen schafft Mut und Selbstbewusstsein", erklärt die Psychologin Charlotte Hetzer. Wichtig ist, dass das Kind auch außerhalb der Familie Vertrauenspersonen findet: Eine unbedingte Voraussetzung für die Herausbildung von Resilienz ist die Zugehörigkeit zu einer Gruppe - einem Freundeskreis oder einer Schulklasse. "Ermutigen und unterstützen Sie Ihr Kind beim Schließen und Pflegen von Freundschaften. Etwa, indem Sie gemeinsam mit anderen Familien etwas unternehmen", rät Hetzer.

"Du kannst das"

Resiliente Kinder bemühen sich auch in kritischen Situationen aktiv um eine Lösung. Sie glauben an sich und daran, dass sie verändernd eingreifen können. Psychologen nennen das Selbstwirksamkeitsüberzeugung. Sie können sie fördern, indem Sie Ihr Kind einen Beitrag zum Zusammenleben leisten lassen - wie etwa den Tisch zu decken oder den Hund Gassi zu führen. "Kinder werden dadurch nicht überfordert. Sie übernehmen gern Verantwortung", weiß Hetzer. "Wer Kindern alles abnimmt, lehrt sie, dass die Geschehnisse ohne ihren Einfluss ablaufen. Sie fühlen sich nicht beschützt, sondern dem Schicksal ausgeliefert."

"Du bist verantwortlich"

Achten Sie beim Loben und Kritisieren immer darauf, sich nicht auf Ihr Kind, sondern auf sein Verhalten zu beziehen. Es soll sich als "Verursacher" sehen von Konsequenzen in seiner Umwelt, positiver ("Meine Freundin freut sich, weil ich ...") wie negativer ("Meine Eltern schimpfen, weil ich ..."). Fordern Sie Ihr Kind auch auf, sich akzeptable Alternativen für sein Handeln zu überlegen.

"Du bist toll"

Wer an sich selbst glauben soll, muss es können. Führen Sie deshalb Ihrem Kind seine Erfolge und Fähigkeiten ganz konkret vor Augen. Sätze wie "Ich finde es toll, wie du deine Schwester gefüttert hast. Schau, sie hat die ganze Flasche ausgetrunken" signalisieren Ihrem Nachwuchs, dass er und seine Talente wertgeschätzt werden und er durch eigene Verantwortung einen gestalterischen Part in der Gemeinschaft leistet. Verstärken können Sie diesen Effekt, indem Sie Ihr Kind ab und an um Rat und nach seiner Meinung fragen. Dabei lernt es auch, dass man bei Problemen durchaus um Hilfe bitten kann.

 

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