Wie sichern sich Frauen die Machtposition beim Flirten?

Der letzte Flirt ist für manche wohl schon eine Weile her. Wisst ihr noch wie's geht?

Flirten Frauen

Jede*r von uns kann flirten. Ein Blick, ein Lächeln, eine bestimmte Tonlage, in der man sein Gegenüber begrüßt. Doch besonders im letzten Jahr hatten wir nicht besonders viel Zeit zu üben und sind wir ganz ehrlich, über Zoom flirten ist nicht dasselbe. Wir sind also alle etwas aus der Übung.

Schnelles Kompliment

Jetzt sind die Bars offen, die Clubs laden dazu ein, dass wir rausgehen und jemandem ein Kompliment machen. Denn nichts anderes ist ein Flirt. Ein Kompliment, das sagt: "Du gefällst mir" und keine Verpflichtungen mit sich bringt. Das sagt schon die Bedeutung des Wortes: "sich verliebt verhalten, ohne ernste Absichten zu haben". Ernste Absichten kann man haben, muss man aber nicht.

Blume auf den Boden

Die Geschichte des Flirts ist übrigens Frauensache. "Fleur" kommt vom französischen Wort für Blume und früher am Hof schauten sich Frauen die Männer genau an und wenn sie ihnen eine Blume vor die Füße warfen, hatten diese die Erlaubnis, zu flirten. Wer sich denkt, dass das Verhalten Geschichte ist, liegt falsch. Denn auch wenn das eine männerdominierte Welt ist, so haben Frauen in heterosexuellen Konstellationen laut der Max-Planck-Gesellschaft immer noch die Zügel in der Hand. Sie sendet das erste Signal, sei es Blickkontakt, ein Lächeln, das Spiel mit den Haaren.

Start für die Zukunft

Innerhalb der ersten 30 Sekunden entscheidet der Mann, ob er auf das Signal der Frau eingeht und die Chemie zwischen den Beiden stimmt. Das Scannen einer zweiten Person dauert nicht länger als das. "Der Mann soll sich um die Frau bemühen. Das Werben ist wichtig. Wenn man die Hürden zu niedrig setzt, sprich beim ersten Signal bereits das Interesse zu Füßen legt, hat das negative Auswirkungen auf die mögliche spätere Beziehung", so die Paar- und Sexualtherapeutin Dr. Beatrice Wagner gegenüber ELLE.

Aber es ist 2021!

Wer hier genau aufgepasst hat, wird jetzt sagen: Aber das geht doch nicht im Jahr 2021. Stimmt theoretisch. Doch auch wenn das gegen unsere feministischen Grundsätze spricht, so ist das wie die Sexualität laut Beatrice Wagner funktioniert. Sie spricht sich dagegen aus, sich als Frau klein zu machen und doof zu stellen, aber durchaus dem Mann die Chance zu lassen, zu handeln. Frau kann ruhig signalisieren: Du hast Chancen, aber du musst dich anstrengen.

Volle Kontrolle

Laut Dr. Wagner ist das sogar die beste Möglichkeit, als Frau die Kontrolle über die Situation zu behalten: "Eigentlich nimmt die Frau dabei die königliche Rolle ein. Lassen Sie den Mann kommen. Lassen Sie sich umwerben und geben Sie ihm das Gefühl, dass er ein bisschen jagen darf. Und vergessen Sie nie: Wenn Sie keine Lust mehr haben, gejagt zu werden, dann gehen Sie einfach aus dem Wald raus. Sie entscheiden! Immer!"

 

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