Wie schlecht kann Werbung für "Plus-Size"-Mode sein? (Sehr schlecht.)

Diskriminierende Werbung für "Plus Size"-Mode

"Wie, nur wie, könnte man Mode für Frauen jenseits der Größe 42 bewerben?", fragten sich Marketingmenschen des Onlineshops "Plus Size Baby" wohl händeringend. Das Unternehmen bietet Mode und Accessoires für Frauen an, die nicht dem gesellschaftlichen Schönheitsideal bis maximal Größe 38 entsprechen. Nur in der Werbung dafür hapert's gewaltig: Models, die dem Körpertyp der eigenen Kundinnen entsprechen, sind wohl eine zu naheliegende Wahl. Stattdessen entscheidet man sich für eine diskriminierende Variante und steckt dünne Models in Unterhoserln und Leggings in großen Größen. "Geil!", denkt sich der gewitzte Marketingmensch da. "So sieht man, wie dehnbar und groß geschnitten unsere Produkte sind!"

"Wie sehr kann eine Firma ihre Kundinnen hassen?", fragt die Twitternutzerin Ida Funkhouser und postet Fotos aus dem Onlineshop des Unternehmens. Die Sujets diskriminieren jene Frauen, die die Produkte eigentlich kaufen sollten. Jedes einzelne Bild schreit geradezu: "Warum bist du nicht dünn?" Die potentiellen Kundinnen können sich aber zumindest ausrechnen, wieviele dünne Frauen in einen Slip ihrer Größe passen würden. Was braucht man mehr für's Shoppingvergnügen?

Was ist so schwer an Body Positivity?

Ähnlich daneben gehauen hat kürzlich das Unterwäschelabel Palmers in Österreich. In der letzten Kampagne positionierte man ein schlankes Model neben einem vermeintlichen "Plus-Size"-Model, damit letzteres überhaupt als "nicht superdünn" zu erkennen war. Für Palmers zählt das dann auch schon als "Body Positivity".

Es ist auch nicht das erste Mal, dass dünne Models diskriminierende Werbung für "Plus Size"-Mode machen. Der chinesische Onlinehändler "Wish" hat bereits öfters mit ähnlichen Sujets für Aufregung gesorgt. So steckte ein Anbieter 2017 schlanke Models in Strumpfhosen größerer Größen - die Frauen verschwanden fast vollständig bis zu den Schultern in den Feinstrumpfhosen. Ein Jahr zuvor steckte eine schlanke Frau mit beiden Beinen in einem Hosenbein einer Plus-Size-Hose. "Plus Size Baby" scheint jene Produkte des chinesischen Großhändlers zu importieren und für die Produktwerbung die gleichen Fotos zu verwenden.

Zahlreiche Menschen dürften sich beim Unternehmen inzwischen beschwert haben. Die Website von Plus Size Baby ist derzeit nicht erreichbar. Vielleicht sollten sie das nächste mal nachdenken, wie man die Zielgruppe am besten erreichen kann. Pro Tipp: Diskriminierung funktioniert nicht so super.

 

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