Wie mich die Sonne vor dem Burnout rettete

Mit Kaffee im Garten zu einem gesünderen Leben? Journalistin Eva Komarek hat mithilfe der Sonne ihren Biorhythmus neu gestartet. Ein Erfahrungsbericht.

Buchcover der Energiecode

Anfangs erntete ich von meinen Nachbar*innen noch seltsame Blicke, wenn ich morgens bei jedem Wetter, rund ums Jahr mit meinem Kaffee im Garten stand. Inzwischen haben sie sich daran gewöhnt. Warum ich das mache? Um meine innere Uhr richtig zu takten, Energie zu tanken und meine Hormonausschüttung zu beschleunigen. Das klingt jetzt ein bisschen esoterisch? Tatsächlich hat dieses kleine Morgenritual verhindert, dass vor einigen Jahren aus einer Erschöpfung ein handfestes Burnout wurde.

Aber der Reihe nach. Ich hatte das Glück als Journalistin meine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Da fällt einem gar nicht so richtig auf, wenn aus viel Arbeit plötzlich Stress wird. Das ging alles noch gut, bis ich im Zuge meiner Führungsaufgabe ein hartes Restrukturierungsprogramm umsetzen musste. Nach und nach merkte ich, wie mir die Energie ausging. Als ich an den Wochenenden nur noch auf der Couch dahinvegetierte, wusste ich, es muss sich etwas ändern. Mir kam das Interview mit der Präventivmedizinerin Doris Eller-Berndl in den Sinn, das ich für einen Artikel zum Thema Manager und Stress gemacht hatte.

Ich machte einen Termin. Ein langes Gespräch und einen Bluttest später hatte ich es schwarz auf weiß: Mein Energiewert in den Mitochondrien, das sind die Zellkraftwerke unseres Körpers, war quasi auf null und ich kurz vor dem Burnout. Das war ein Schock. Ich hielt mich immer für eine Powerfrau, der so etwas nicht passiert. Dieser Arztbesuch sollte mein Leben verändern. Ihr Rezept für mehr Energie war einfach: Gleich morgens ins Freie gehen, Sonne tanken und abends vor Blaulicht schützen, das von Screens und Lampen ausgeht.

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Das Problem unserer modernen Gesellschaft ist, dass wir ständig Indoor sind und den Draht zur Natur gekappt haben. Deshalb werden wir selbst wenn wir gesund essen und Bewegung machen müde, depressiv und krank. Wie alle Lebewesen sind wir vom Rhythmus von Tag und Nacht bestimmt. Wir benötigen täglich eine Dosis natürliches Licht, damit sich unsere innere Uhr, die Master-Clock, die für so ziemlich jeden biologischen Ablauf im Körper verantwortlich ist, richtig einstellen kann.

Der wichtigste Zeitgeber ist das Licht, die Rezeptoren dafür sitzen auf der Netzhaut der Augen. Blöderweise filtert selbst Fensterglas wichtige Lichtfrequenzen heraus. Wir brauchen aber das gesamte Lichtspektrum, damit in unserem Körper alles rund läuft. So wird etwa UVA herausgefiltert. UVA kennen wir, weil es für unseren Urlaubsteint verantwortlich ist. Wir brauchen es aber auch, damit die Hormonausschüttung gut funktioniert. Über Nacht läuft die Hormonproduktion auf Hochtouren. Sobald in der Früh UVA auf unsere Augen trifft, werden sie freigesetzt. Das geht sehr schnell. Schon fünf bis zehn Minuten Tageslicht am Morgen reichen, damit die Master-Clock richtig eingestellt und die Hormonausschüttung ausgelöst wird. Und ja, man muss auch die Brille abnehmen, damit das klappt. Abends kann uns falsches Licht um den Schlaf bringen. Denn blaues Licht, wie es in Screens, Handys und in Lampen vorkommt, ist ein Tagsignal und verschwindet mit Sonnenuntergang. Erst dann startet die Produktion von Melatonin, das für erholsamen Schlaf wichtig ist.

Den größten Aha-Effekt hatte ich aber, als ich erfuhr, dass es eine menschliche Photosynthese gibt. Die Wissenschaft hat bereits vor zehn Jahren bewiesen, dass wir Menschen aus Sonne Energie gewinnen. Das funktioniert unter anderem mit UVB, das nicht nur für die Vitamin D-Produktion benötigt wird, sondern auch unsere Mitochondrien mit Energie versorgt. Da bekommt Sonne tanken gleich eine andere Bedeutung. Das war einer der Gründe, warum ich mich entschieden habe gemeinsam mit Eller-Berndl das umfangreiche Wissen und viele Tipps in den leicht verständlichen Ratgeber „Der Energiecode“ zu packen. Denn Erschöpfung ist ein Massenphänomen geworden gegen die so einfache Mittel wie mehr Sonne helfen.

Eva Komarek ist Journalistin der Styria Medien AG und publiziert hauptsächlich für Produkte der Tageszeitung Die Presse, aber schreibt auch eine Wirtschafts-Kolumne in der WIENERIN namens Sheconomy. Sie hat aufgrund ihrer eigenen Biografie schon früh begonnen, sich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen im Bereich Chronobiologie zu befassen und ist Expertin im Hinblick moderner technologischer Entwicklungen, gerade was das Thema Blaulicht und Energie betrifft. Ihre Recherchen haben den Weg zu Dr. Doris Eller-Berndl gefunden – und jetzt haben die beiden das Buch "Energiecode" herausgebracht. (Kneipp Verlag)

 

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