Wie könnt ihr die Liebe für eure*n Ex loslassen?

Denn sich zu trennen ist schwierig, aber das was danach kommt, ist noch viel schwieriger.

Wie könnt ihr die Liebe für eure*n Ex loslassen?

Trennungen sind schwer genug. Sogar wenn sie nötig waren und besser für alle Beteiligten sind, können sie furchtbar wehtun. Und es ist nie einfach jemand aus dem Leben gehen zu lassen, mit dem man Wochen, Monate oder Jahre verbracht hat und der einmal die engste Beziehungsperson für einen war. Denn egal wie die Beziehung geendet hat, so hat man doch wichtige, prägende Momente im Leben geteilt und diese Person hatte vielleicht einen wichtigen Einfluss darauf, welcher Mensch man heute ist. Und sogar, wenn man sich getrennt hat, liebt man diese Person häufig zum Teil trotzdem noch.

Wie kann man aber diese Liebe loslassen, damit man sich auf das Leben, die Beziehungen und künftigen Partner*innen in der Zukunft konzentrieren kann? Besonders wenn große Gefühle involviert sind oder eure Leben sehr eng miteinander verbunden sind, kann es schwierig sein die Entscheidung sich zu trennen zu treffen – und dann auch durchzuhalten. Denn wieder zurück gezogen zu werden in alte Muster kann schnell passieren und ist gefährlich.

Warum tust du es?

"Du musst dich daran erinnern, was du wirklich willst, was du glaubst, dass du verdienst, und warum du gehen willst", sagt Sexualtherapeutin Goody Howard aus Dallas gegenüber Cosmopolitan. "Denn man kann es sich bequem machen. Es gibt Zeiten, in denen man sich in Sicherheit wiegt, weil es sich so vertraut anfühlt. Manchmal halten wir an einem Fehler fest, weil wir lange Zeit damit verbracht haben, ihn zu machen."

Sich zu trennen ist dabei häufig der einfachere Teil. Die zweite Person wirklich loszulassen ist der schwere Teil. Trennungen - oder jeder Verlust von Liebe, sei es unerwiderte Liebe, der Tod eines geliebten Menschen, das Ende einer Freundschaft - führen oft zu Trauer, erklärt Ty David Lerman. Vertraue darauf, dass deine Trauer keine Überreaktion ist. Wenn du dich von einer Trennung erholst, durchläufst du möglicherweise die fünf Phasen der Trauer: Verleugnung, Verhandeln, Depression, Wut und Akzeptanz. Zusätzlich zu diesen fünf Phasen hat die Trauerpsychologie laut Lerman ihr Verständnis von Trauer um eine sechste Phase erweitert: die Suche nach einem Sinn im Verlust.

Trauer ist normal

Wenn du eine Liebe verlierst, erlebst du auch etwas, das man zusammengesetzte Trauer nennt, oder den Verlust dessen, was unmittelbar vor dir liegt, zusätzlich zum Verlust der Zukunft, die du und dein Partner einst gemeinsam sahen. In einer Situation, in der es um unerwiderte Liebe geht, trauerst du vielleicht auch um den Verlust der Fantasie, die du um diese Person aufgebaut hast.

"Du trauerst um mehrere Dinge gleichzeitig", sagt Lerman. "Ist es möglich, etwas zu vermissen, das man nie gehabt hat? Auf jeden Fall. Unsere Fantasie füllt die Lücke aus. Wir gehen trotzdem durch den Trauerzyklus."

Diese Fantasie, sagt Lerman, kann manchmal ausreichen, um in einer Beziehung zu bleiben. Er nennt dies "Investment-Dating", d. h. man geht mit jemandem aus, von dem man sich wünscht, dass er so wird, wie er ist, und nicht, wie er jetzt ist. "Du weißt, dass dieser Mensch die perfekte Person sein könnte, aber sie ist es heute nicht", sagt er. Je mehr die zwei Leben miteinander verbunden waren, umso mehr kann man auch um die Schwiegerfamilie oder gemeinsame Freund*innen trauern.

Kein Kontakt

Ich weiß, ihr habts das bestimmt oft gehört, aber die beste Möglichkeit gemeinsam nach einer Trennung umzugehen, ist so wenig Kontakt wie möglich zu haben. Und ja, das ist schwierig. Aber eine Wunde kann nicht heilen, wenn man dauernd wieder daran herumkratzt. Expert*innen raten sogar dazu die Person auf Social Media direkt zu blocken.

Zum Abschluss noch eine einfache, aber wirkungsvolle Erinnerung. Sich von einer Trennung zu erholen, geschieht nicht über Nacht. Es mag sich eine Zeit lang unangenehm anfühlen, aber mit der Zeit und wenn du bereit bist, wirst du loslassen können. Gib dir diese Zeit – du hast sie dir verdient! It's gonna be okay.

 

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