Wie kann ADHS in Erwachsenen behandelt werden?

ADHS äußert sich bei Erwachsenen anders als bei Kindern und wird häufig nicht erkannt. Dabei kann es das Leben stark beeinflussen. Was kann man dagegen tun?

Wie kann ADHS in Erwachsenen behandelt werden?

Wer in den letzten Wochen und Monaten auf TikTok oder Instagram unterwegs war, ist bestimmt auch über die unzähligen Videos über ADHS in Erwachsenen gestolpert. Manche von uns haben sich vielleicht darin wieder erkannt und sich kurz überlegt: Habe ich ADHS? Und was jetzt?

ADHS bei Erwachsenen äußert sich meist anders als bei Kindern. Statt Hyperaktivität haben diese häufig Probleme damit, ihren Alltag oder ihre Arbeit zu organisieren, sich zu konzentrieren oder Termine einzuhalten. Sie können auch sehr impulsiv sein oder viel reden. Menschen mit ADHS schieben auch gerne Dinge auf, empfinden innere Unruhe, fühlen sich schnell angegriffen, haben Stimmungsschwankungen, vergessen zu essen oder haben wenig Freunde. Aber was kann man dagegen tun?

Bewältigungsstrategien

Anders als bei Kindern, bei denen ADHS häufig mit Tabletten behandelt werden, ist man hier bei Erwachsenen häufig vorsichtig, wie die Harvard Medical School beschreibt. Wenn man aufgrund von ADHS Probleme hat, im Alltag zurechtzukommen, ist eine medikamentöse Behandlung sinnvoll. Wenn die Auswirkungen von ADHS gering sind und man Bewältigungsstrategien gefunden haben, kann der Arzt stattdessen zu Behandlungen raten, die keine Medikamente beinhalten.

Alles oder nichts

ADHS kann sich besonders stark auf einen bestimmten Bereich des Lebens auswirken, z. B. auf die berufliche Leistung. Ein Therapeut kann dabei helfen, an den Bereichen zu arbeiten, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen, und Strategien an die Hand geben, die in bestimmten Situationen am Arbeitsplatz und anderswo helfen können. Ein weit verbreiteter Ansatz ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Diese Art der Psychotherapie hilft Menschen, negative Denkmuster in positive, gesündere Denkweisen umzuwandeln. Die Idee dahinter ist, dass sich, wenn man die Art und Weise, wie man über eine Situation denkt, ändert, auch die Gefühle und Verhaltensweisen ändern können. Die CBT kann zum Beispiel helfen, das "Alles-oder-Nichts"-Denken zu ändern. Viele Menschen mit ADHS setzen den Anspruch, dass eine Leistung entweder perfekt sein muss, oder sie automatisch ein Misserfolg ist.

Zusatzerkrankungen

Bei ADHS geht es nicht nur darum, in Gesprächen und bei Sitzungen aufmerksam zu sein. ADHS kann zu häufigen emotionalen Auf- und Abschwüngen führen, die Beziehungen und alltägliche Aktivitäten behindern können. Schon das Warten in der Schlange kann eine Person mit ADHS ziemlich reizbar machen. Das Gleiche gilt für kleinere Rückschläge, z. B. wenn ein Projekt nicht richtig läuft oder wenn ein Chef die Fristen ändert oder in letzter Minute mehr Arbeit verlangt. Es kann hilfreich sein, einen Psychiater oder eine andere Art von Therapeuten aufzusuchen und sich regelmäßig zu treffen, um über Symptome und Herausforderungen oder Erfolge im Leben zu sprechen.

Erwachsene mit ADHS leiden häufig auch an anderen psychischen Erkrankungen. Laut der Anxiety and Depression Association of America leiden beispielsweise schätzungsweise 50 % der Erwachsenen mit ADHS auch an einer Angststörung. ADHS zusammen mit einer anderen Erkrankung zu haben, kann das tägliche Funktionieren stark beeinträchtigen.

 

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