Wie ich seit Wochen ohne Smartphone lebe

Ein Leben ohne Smartphone ist durchaus möglich! Aber doch ein bissi zach. Zumindest wenn man es schon einmal anders gewohnt war. WIENERIN-Redakteurin Ines hat's probiert.

Die Vorgeschichte


Ende September habe ich mein zwei Monate junges Smartphone – Display voran – auf den Fliesenboden meines Fitnesscenters fallen lassen. Totalschaden. Nichts zu retten. Als Ersatz und aus Mangel an finanziellen Mitteln, habe ich, kurzentschlossen, das billigste Handy gekauft, das es in dem Handyshop gab. Ungefähr 17 Euro hat‘s gekostet. Echt billig fand ich, und hab mich gefreut.

Samsung Handy

Das Nötigste


Und eigentlich kann ich damit das Nötigste machen. SMS, Anruf, Wecker, Kalender, Rechner. Außerdem ist es klein und der Akku hält ewig!

Aber das nächstwichtigste heutzutage ist ja dann eigentlich die Internetverbindung. Denn meist werden nicht nur SMS, sondern Whatsapp, Telegram und Facebook Nachrichten verschickt. Auf Telegram kann ich über die Desktopversion oder einen Internetbrowser jederzeit zugreifen. Ich muss nur meine Telefonnummer angeben und den Code, der mir zugeschickt wird online eingeben. Aber Whatsapp?? Da geht nichts ohne App, sprich Smartphone.

WhatApp Web

Mehr als Kommunikation


Schon nach kurzem wurde mir klar: mein Smartphone war aber auch mehr als nur ein Kommunikationsmittel und Organizer. Es war meine Kamera. Mein Aufnahmegerät. Mein Navi. Meine Nachrichtenquelle. Mein Mp3 Player. Mein Lexikon, Wörterbuch.

Gewöhnungssache?


Ich war dennoch überzeugt, dass ich mich einfach nur wieder daran gewöhnen muss. An die Tastatur zum Beispiel. Das geht schon, meine ersten Handys hatten ja auch alle noch Tasten. Aber was so richtig nervig ist, ist dass es keine Wörterbuchfunktion gibt. Das Handy merkt sich keine Wörter und so dauert es oft ein bisschen länger, bis ich eine Nachricht abschicken kann. Apropos Nachrichten: andauernd muss ich sie löschen weil der Speicher voll ist.

Mitdenken heißt es nun auch wieder. Daran, dass ich, BEVOR ich aus dem Haus/Arbeit gehe alle Adressen, Wegbeschreibungen und Kontaktdaten, die ich per E-Mail, Facebook und Co bekommen habe, schon gegoogelt und irgendwo analog notiert habe. Das funktioniert oft genug.
Nicht bedacht habe ich allerdings, dass sich auch alle ANDEREN daran gewöhnen müssen. Es reicht nicht ein einziges Mal in die Telegram Gruppe oder den Facebook Chat zu schreiben, dass man mich ab jetzt nur per SMS bzw. Anruf erreichen kann. Nein, man muss schon immer wieder daran erinnern. Doch meine Freunde und Familie sind ja Gott sei Dank nicht dumm oder vergesslich, sondern auch nur Gewohnheitstiere. Deshalb gab es bisher keine großen Komplikationen.

Nicht ohne meiner Schwester


Also, ja, man gewöhnt sich an allerhand. Aber wenn dann zwischendurch spontan Dinge möglich werden, Erledigungen, Interviews, Fotos, ins Lokal XYZ kommen, dann kommt es häufig vor, dass ich meine Schwester anrufe: „Sitz du gerade vorm Laptop? Ich bin gerade hier und muss unbedingt wissen wie ich dorthin komme.“ Oder: „Ich hab vorhin vergessen nachzuschauen, wo das ist. Bitte hilf mir!“ Und sie ist die allerbeste! Sie ist so geduldig und hilft mir, ohne zu murren, jedes Mal weiter.

Fazit


Lange möchte ich meine Schwester nicht mehr nerven. Nach Weihnachten werde ich schauen, ob die Smartphonepreise sinken und mir ein neues leisten. Auch wenn der Akku dann nicht mehr Tage, sondern nur mehr Stunden hält - ICH KANN ES KAUM ERWATEN!

 

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