Wie geht man am besten mit Erektionsstörungen in einer Beziehung um?

Dieses Tabuthema betrifft gar nicht so wenig Menschen und kann Paare vor eine Prüfung stellen.

Wie geht man am besten mit Erektionsstörungen in einer Beziehung um?

In UK leidet ungefähr jeder fünfte Mann an einer Erektionsstörung. Die Zahlen sind vermutlich in Österreich ähnlich und trotzdem ist das ein Thema, das selten besprochen wird. Bei Männern geht das oft mit großer Scham und einem Leidensdruck einher, der auch die Beziehung beeinflussen und belasten kann. Es gibt verschiedene Studien bzw. Theorien, wieso Erektionsstörungen heutzutage vermehrt vorkommen. So kann das an der häufigeren Frequenz beim Schauen von Pornos liegen. Das ist selbstverständlich nur ein möglicher Grund.

Eine Studie des Naval Medical Centre in San Diego über die Auswirkungen von Pornos auf das sexuelle Verlangen ergab, dass von den 300 Männern und Frauen, die an der Studie teilnahmen, Pornos den Sexualtrieb der Frauen überhaupt nicht beeinträchtigten, wohl aber den der Männer, von denen drei Prozent angaben, dass sie lieber Pornos ansehen als Sex haben. Der Urologe Joseph Alukal von der University of New York vermutet, dass die daraus resultierenden Probleme auf die unrealistischen Erwartungen zurückzuführen sind, die Pornos wecken.

Aber was genau ist eine Erektionsstörung?

Von einer Erektionsstörung spricht man, wenn Männer keinen erregten Penis bekommen können oder diese Erektion nicht lang genug anhält, um Sex zu haben. Wenn dies häufiger passiert, dann kann das die Beziehung und auch den Selbstwert von Männer negativ beeinflussen. Dabei ist eine Erektionsstörung etwas, das problemlos behandelbar ist, wenn man sich damit an eine*n Spezialist*in wendet.

Was kann der Grund für eine Erektionsstörung sein?

Es gibt mehrere mögliche Gründe, neben der Theorie mit dem häufigen Porno-Konsum. Wir haben die häufigsten aufgelistet:

  • Ein ungesunder Lebensstil: Viel Alkohol, wenig Schlaf, Junk Food, Partys. Insgesamt wissen wir, wie wichtig ein gesunder Lebensstil für unsere Gesundheit ist und das wirkt sich auch negativ auf die Erektionsfähig aus
  • Drogen: Marihuana ist prinzipiell eine sehr harmlose Droge, denken viele, doch Männer, die regelmäßig dazu greifen, haben eine dreimal so große Wahrscheinlichkeit irgendwann unter eine Erektionsstörung zu leiden. Ähnlich ist es mit Kokain. Die Droge führt dazu, dass die Blutgefäße sich verengen und nicht mehr genug Blut in den Penis kommt.
  • Psychischer Stress: Psychischer Stress oder mentale Krankheiten können sich auch auf die Erektionsfähigkeit auswirken.

Offene Kommunikation

Aber wie bespricht man das Thema am besten mit Betroffenen bzw. reagiert, wenn so etwas im Schlafzimmer häufiger passiert? Das wichtigste ist: Ihr seid nicht allein. Dieses Problem haben zig Millionen Paare auf der ganzen Welt, vielleicht schon ein Haus weiter. Es gibt also keinen Grund sich zu schämen. Für Partner*innen ist es wichtig zu wissen, dass diese Erektionsprobleme nichts mit ihnen zu tun haben und damit, ob ihr Partner sie noch anziehend findet.

Expert*innen empfehlen, dass man das Thema nicht während dem Sex anspricht, sondern sich außerhalb dafür Zeit nimmt. Häufig möchte der Betroffene es nicht ansprechen, weil es ihm peinlich ist, deshalb kann es helfen, wenn der*die Partner*in den ersten Schritt macht. Und es ist wichtig daran zu denken, dass für ihn das wahrscheinlich ein schwieriges Thema ist. Sei unterstützend und hilfsbereit. Zeig ihm, dass du hinter ihm und dieser Beziehung stehst, bevor du Lösungsvorschläge bringst. Investiere vor dem Gespräch auch etwas Zeit in Recherche, um zu wissen, worüber ihr sprecht und wie die Situation aussieht.

 

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