Wie geht man am besten mit einem Trauma-Jubiläum um?

Wie geht man am besten mit persönlichen oder nationalen Trauma-Jahrestagen um?

Persönliches Trauma-Jubiläum

Wer traumatische Erfahrungen gemacht hat, für den wird der Tag, an dem das passiert ist, zu einem ganz besonderen Jubiläum. Jahr für Jahr ist das Datum im Kopf eingebrannt, so wie der eigene Geburtstag oder der 24. Dezember. Statt Vorfreude geht dieser Tag mit Angst einher. Diese Tage können über Jahre hinweg mit Melancholie, Wut, Zorn, Groll, Herzschmerz und vielem mehr gefüllt sein.

Wie geht man am besten mit so einem Trauma-Jahrestag um? Dabei kann es um nationale oder weltweite Trauma-Tage wie Terroranschläge oder Naturkatastrophen gehen. Oder um persönliche Tage wie Todestage, den Tag an dem man sexuelle Gewalt erfahren hat oder an dem bei einem eingebrochen wurde. Wie verändern sich solche Jahrestage nach dem ersten, dem zweiten oder dem dritten Jahr?

Geduld mit sich selbst

Der erste wichtige Schritt ist, an diesem Tag etwas geduldiger mit sich selbst zu sein. Erlaube dir zu fühlen. Es ist ganz normal, dass dich dieser Tag triggert. Psychologin Jasmine Banks erklärt TeenVogue diesbezüglich folgendes: "Obwohl die Erfahrungen und Bedürfnisse jeder*s Einzelnen einzigartig sind, rate ich im Allgemeinen dazu, dass die Menschen sich am Tag davor, am Tag danach und an diesem traumatischen Datum einen wirklich sanften Raum schaffen."

Positive Selbstgespräche

Sie empfiehlt, den Tag nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und gedanklich wegzuschieben, sondern sich darauf einzulassen und gedanklich darauf vorzubereiten. Sie verwendet positive Selbstgespräche, wie z. B. Affirmationen (z. B. "Ich bin sicher" und "Ich werde es schaffen"), um sich daran zu erinnern, dass sie in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen.

Mit der Zeit können diese positiven Phrasen die negativen ersetzen. Ziel ist es langfristig, negative Gedanken und Gefühle zu überschreiben. Man kann auch eine physische Liste mit negativen Gedanken machen, sich diese vor Augen führen und überlegen, welche davon nicht mehr der Wahrheit entsprechen. Diese können dann durch positive Glaubenssätze ersetzt werden.

Gemeinsam gegen die Trauer

Anderen Menschen kann es helfen, sich ein Ritual für diesen Tag zu überlegen. Geht es dabei zum Beispiel um den Todestag eines geliebten Menschen, so kann man in das Lieblingsrestaurant dieser Person gehen. Häufig berichten Trauernde, dass einige Jahr später dieser Tag an Gewicht verliert. Dies zeigt, dass der Schmerz über einen Verlust zwar nie ganz vergeht, wir aber wachsen und lernen, mit unserer Trauer auf gesunde Weise umzugehen, indem wir beispielsweise viel Zeit mit engen Familienangehörigen, Freunden und Mitgliedern der Gemeinschaft verbringen.

Wenn möglich sollte man diese Tage mit Menschen teilen, die einem nahe sind, so Banks: "Wir bauen unsere Widerstandsfähigkeit im Kontext einer Gemeinschaft auf. Ich empfehle daher immer, mindestens ein oder zwei andere Menschen zu finden, mit denen man über alles reden kann, was einen beschäftigt", so Banks. "Findet Erfahrungen, die euch daran erinnern, dass ihr mit etwas verbunden seid, das größer ist als ihr selbst."

 

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