Wie geht es LGBTQIA+-Studierenden?

Und was sind deren größten Herausforderungen? Die Studierenden-App Studo und der Blog Captain Campus haben 3400 Studierende gefragt.

Wie geht es LGBTQIA+-Menschen beim Studieren?

Zugehörigkeit auf das Studium? Und wie gehen Vortragende und Studienkolleg*innen mit queeren Studierenden um? Diese Fragen stellte die Studierenden-App Studo und die Studierendenplattform Captain Campus in einer gemeinsamen Online-Umfrage, an der von 1. bis 16. Juni rund 3400 Studierende teilnahmen.

3 von 5 Studierenden queer

Es gab schon vor mehreren Monaten Berichte, dass sich gerade während der Corona-Krise und der Zeit, in der man viele Möglichkeiten zu reflektieren hatte, mehr und mehr junge Menschen mit ihrer Identität auseinandergesetzt haben und als Teil der LGBTQIA+-Community definieren. Das bestätigen auch die Ergebnisse der Umfrage. 3 von 5 Studierende sehen sich als Teil der LGBTQIA+ Community. Die meisten Teilnehmenden gaben an, bisexuell bzw. pansexuell (32 %) oder homosexuell (17 %) zu sein. Auch Labels wie Asexuell (10 %), Nicht-Binär (6 %) oder Polyamourös (6 %) wurden von den Teilnehmenden genannt.

Frauen offener

Wenn sich Mitstudierende bei ihnen outen, sind der Großteil der Studierenden unterstützend – unabhängig vom Label. Diese Unterstützung ist bei “bekannten” Labels wie Homosexualität oder Bisexualität besonders groß (über 90 %). Was allerdings auffällt: Frauen sind im Vergleich zu Männern um über 25 Prozentpunkte offener gegenüber Outings von Kolleg*innen. Markante Unterschiede kann man auch bei verschiedenen Studienrichtungen erkennen: So sind beispielsweise Studierende der Geisteswissenschaften und Pädagogik unterstützender als Studierende in den Bereichen Wirtschaft & Recht oder Informatik.

Wenig Diskriminierung

Unterstützung ist das eine, Integration das andere. Die große Frage ist nun also, ob queere Studierende anders behandelt werden während des Studiums und die Antworten sind durchaus positiv. So scheinen Vortragende kaum Unterschied zu machen. Nur rund 7 % der queeren Teilnehmenden sagen, dass sie von Profs aufgrund ihres Labels anders behandelt werden. "Ich freue mich sehr, dass unsere Umfrage die große Akzeptanz von Studierenden der LGBTQIA+ Community bestätigt”, sagt Lorenz Schmoly, Geschäftsführer von Studo, „denn Hochschulen sollen ein offener und sicherer Ort des Austausches für alle Studierenden sein – egal welches Label sie sich zuschreiben oder nicht. Toleranz und gegenseitige Wertschätzung werden hier vorgelebt und darauf bin ich sehr stolz."

 

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