Wie du endlich damit aufhörst, ständig alles aufzuschieben

Okay, Hände hoch: Wer ist noch im Team Procrastination? Und wen nervt der daraus resultierende Selbsthass, weil man mal wieder nix weiterbracht hat? Jup, we feel you – und wir haben da was für dich.

Prokrastinieren

Wir alle kennen das:
17:46 Uhr: Okay, um 18 Uhr steh‘ ich auf und erledig das gschwind.
18:02 Uhr: Huch, Zeit übersehen! Nun ist es zu spät. Muss ich wohl bis 19 Uhr warten.

Das sind Probleme von meinem Zukunfts-Ich, denkst du, während du gedanklich bequem alle Verpflichtungen Beiseite schiebst und dich dann zum 67. Mal durch dieselben Postings in deinem Instafeed scrollst. Fellow Queens*Kings of Procrastination sind schließlich schon geübt darin, das schlechte Gewissen zu ignorieren. Nur: Irgendwann holt’s einen halt dann doch ein. Das Gute ist aber: Es gibt eine Lösung, die gar nicht sooo anstrengend ist wie du glauben magst (und neurowissenschaftlich bewiesen – oho)

Die 5-Sekunden-Regel

Der Name des Bestsellers "The 5 Second Rule" von CNN-Reporterin Mel Robbins verrät es schon: Es dauert nur fünf Sekunden, um sich von Prokrastination zu verabschieden. Soll heißen: Sobald man daran denkt, etwas Bestimmtes zu erledigen, muss man sofort bzw. innerhalb von fünf Sekunden auf diesen Instinkt reagieren – ansonsten tendiert unser Gehirn zum Aufschieben.

Das klingt vielleicht banal, kann aber in der Neurowissenschaft solide belegt werden: Undurchdachte Entscheidungen – etwa das Springen in einen Pool, um ein Kind vor dem Ertrinken zu retten – werden von einem sehr schnell denkenden Teil des Gehirns gesteuert, dem sogenannten präfrontalen Kortex. Man analysiert kaum und denkt nicht darüber nach, wie tief oder kalt das Wasser wohl ist.

Die meisten Aufgaben des täglichen Lebens nutzen jedoch eher rationale Teile unseres Gehirns. Das ist grundsätzlich ganz gut, weil uns eben diese Teile des Gehirns helfen, Gefahren zu vermeiden. Nur: Beim Wäsche aufhängen, Steuerausgleich erledigen und Überweisungen tätigen lauern üblicherweise keine lebensbedrohlichen Gefahren. Trotzdem geht unser Gehirn an diese Aufgaben heran als wären wir Höhlenmenschen auf der Suche nach Nahrung: Alle Eventualitäten werden sorgfältig betrachtet, "Gefahren" abgewogen. Das kann manchmal hilfreich sein, ist in den meisten fällen aber ein langsamer, ineffizienter Prozess, der uns zum Prokrastinieren verleitet und dadurch den Stress nur noch schlimmer macht.

Wie es dir gelingt, weniger aufzuschieben

Diesen Reflex können wir freilich nicht von heute auf morgen aus unserem Gehirn streichen, es gibt aber ein paar Tricks, wie es langfristig gelingen kann:

1. Babysteps

Je größer die Aufgabe ist, desto länger werden wir versuchen, sie aufzuschieben. Eine Forschung der Harvard Universität zeigt, dass das Aufdröseln in mehrere kleine Ziele besser ist als sich ein ganz großes Ziel zu setzen. Kleine, tägliche Babyschritte sind laut dieser Studie der einfachste Weg, um große Erfolge zu erreichen.

2. Weniger Ablenkungen

Ja, wir wissen’s eh alle und es ist so banal, aber man kann es nicht oft genug sagen: Leg. Dein. Handy. Weg.

3. Eines nach dem Anderen

Multitasking klingt ja wahnsinnig produktiv, ist aber in der Praxis alles andere als das: Wenn du dich nur auf eine Sache als auf drei To-Dos gleichzeitig konzentrierst, geht fix mehr weiter, wetten?

 

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