Wie du eine verflossene Freundschaft wiederbeleben kannst

Wenn sich plötzlich dieser "Eigentlich vermiss ich dich"-Gedanke einschleicht, sollte man ein paar Dinge bedenken.

Wie man eine Freundschaft wiederbelebt

So eine Pandemie kann ja auch eine gute Zeit zum Reflektieren sein. Über das eigene Leben, Erlebtes und Vergangenes. Und vielleicht merkst du plötzlich: "Oh, es gab da diese eine Person in meinem Leben, die vermiss ich eigentlich." Freundschaften können aus zahlreichen Gründen in die Brüche gehen. Mal tun sie es leiser, mal lauter, aber am Ende ist man ohne einen Menschen, der mal eine wichtige Rolle gespielt hat. Und vielleicht ist es an der Zeit, auch diese Sache zu überdenken. Ein paar Ratschläge dazu:

Verflossene Freundschaften: War das gut oder toxisch?

"Als erstes sollte man sich ehrlich fragen: War das eine gesunde Beziehung?", sagt die Psychotherapeutin Christy Pennison gegenüber Bustle. Wenn die große Vermissung einsetzt, romantisiert man womöglich Vergangenes. Frag dich deshalb zuerst, warum die Freundschaft damals überhaupt zerbrochen ist und was trotz der Unstimmigkeiten an positiven Gefühlen übrig geblieben ist. Also: Warum waren wir befreundet und warum sind wir es nicht mehr? So merkt man schnell, warum die Person zum Glück nicht mehr unter Favoriten in der Kontaktliste steht - oder auch warum sie da am besten wieder hinsollte.

Auch bei toxischen Ex-Beziehungen kann es sich manchmal gut anfühlen, nochmal ins Gespräch zu kommen, um abzuschließen zu können. Hier sollte man sich besonders bewusst sein, was man sich von der Interaktion erwartet, ob sich die Umstände und Strukturen zwischen euch geändert haben - und ob du dein "Hallo!" eventuell bereuen könntest.

Wie man nach Jahren wieder "Hallo" sagt

Ist die Entscheidung gefallen, kommt die nächste große Hürde. Wie meldet man sich bei jemandem, mit dem*der man seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gesprochen hat? Und das, ohne an Peinlichkeiten zu sterben? Ganz einfach: so. Du musst es nicht zu kompliziert machen, ein simples "Hey, ich hoffe, es geht dir gut" oder "Ich musste gerade an dich denken" reichen schon aus. Wenn dir nach einem langen, handgeschriebenen Brief oder einer detaillierten Mail ist, ist das natürlich auch in Ordnung und gibt der*dem Empfänger*in auch genug Raum, nach seinen*ihren eigenen Bedürfnissen darauf zu antworten. Ein unangekündigter Telefonanruf ist aber keine gute Idee - das wirkt schnell übergriffig und einengend.

Egal, wofür du dich entscheidest: Bereite dich darauf vor, keine Antwort zu bekommen. Nur, weil du Sehnsucht nach einer*einem verflossenen Freund*in hast, muss er*sie nicht das gleiche fühlen. Und auch das ist sein*ihr gutes Recht!

Das erste Gespräch nach langer Zeit

Kommt eine Antwort, dann erinnere dich daran: Du musst nicht sofort reagieren. Nimm dir Zeit, deine eigenen Emotionen zu reflektieren. Wenn es für dich passt, kannst du auch eine Nacht drüber schlafen. Sobald eure Kommunikation in Gang kommt, achte auf einen respektvollen, aber ehrlichen Ton. Kommuniziere, was dich an eurer Freundschaft gestört und verletzt hat und auch, was du selbst Verletztendes getan hast. Es gibt in jeder Freundschaft zwei Seiten, also hör deinem*deiner Freund*in auch zu, wenn sie*er über die eigenen Gefühle und Eindrücke spricht ohne defensiv zu werden. Der Schlüssel zu einer gelungenen Kommunikation ist: Geduld, Freundlichkeit und Ehrlichkeit. Vielleicht findet ihr wieder zueinander, vielleicht könnt ihr aber auch beide mit eurer Geschichte abschließen und in Zukunft ohne Bedauern an eure gemeinsame Zeit zurückdenken - ach wenn ihr weiterhin getrennte Wege geht.

 

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