Wie du die Körpersprache deines Hundes deuten kannst

Hundetrainerin Conny Sporrer gibt Tipps, wie du die Körpersprache von Hunden lesen kannst.

Die meisten vermeintlichen „Verhaltensstörungen“ bei Hunden beruhen auf Kommunikationsproblemen und Fehlinterpretationen. Manchmal aber auch, weil oft gar nicht auf die feine Sprache der Vierbeiner. Das fängt meist schon an, wenn auf dem „Abrichteplatz“ – im militärischen Ton „Sitz!“, „Platz!“, „Fuß!“ gebrüllt wird. Eigentlich wissen wir doch, dass unsere Hunde bereits die leisesten Geräusche im Treppenhaus wahrnehmen, warum also sollten wir laute Kommandos nutzen?

Hunde brauchen zu ihrer Verständigung im Allgemeinen vier Sinne, die auditive, visuelle, olfaktorische und taktile Kommunikation ermöglichen.

Richtig beobachten


Auch wenn der Hund etwa 215 Millionen Riechzellen mehr besitzt als der Mensch, ist die Nase für ihn im ersten Schritt nicht so wichtig. Viel bedeutender ist es nämlich, erst einmal zu sehen, wie sich das Gegenüber auf Distanz ausdrückt. Erst dann kommen das Riechen und Hören hinzu. Zuletzt auch unter Umständen das Fühlen. Das heißt für uns also, dass wir bereits viel früher beginnen müssen, Hundebegegnungen zu beobachten, um sie richtig einschätzen zu können.

Signale zur Konfliktvermeidung


Potenziell ranghöhere Hunde senden bei Hundebegegnungen oft sogenannte „Beruhigungssignale“ aus. Sie sollen dem Gegenüber zeigen: „Ich komme im Guten, ich will dir nichts Böses.“ Dies äußert sich zum Beispiel durch demonstratives Desinteresse. Der Hund hat sein Gegenüber längst wahrgenommen, sucht sich aber schnell aktiv eine andere Handlung, wie zum Beispiel am Boden zu schnüffeln, um unnötigen Druck aus der Begegnung zu nehmen.

Häufig wird in der Begegnung auch bewusst der Blick oder der gesamte Körper abgewendet, zum Beispiel indem ein Bogen gelaufen wird und kein direkter Kontakt stattfindet. Jeder normal sozialisierte Hund versteht diese Signale. Tendenziell unsichere Hunde senden in solchen Begegnungen sogenannte „Beschwichtigungssignale“ aus, das heißt, sie versuchen die Situation zu besänftigen, um möglicherweise drohenden Konflikten aus dem Weg zu gehen. Dies äußert sich auch über das Vermeiden von Blickkontakt oder durch aktives Demonstrieren von Unterwürfigkeit. Entweder indem ein "Unterwürfigkeitsgesicht" gezeigt wird (Ohren eng angelegt, Augen klein, Maulwinkel und Stirn weit nach hinten gezogen) oder sich der gesamte Körper infantil zeigt, um aktiv darzustellen, dass man eher kindliche Ambitionen hat, als einen Streit auszutragen.

Wie reagieren?

Sollte es doch zu einer eher angespannten Begegnung kommen, ist davon auszugehen, dass zumindest einer der beteiligten Hunde weder beruhigt noch beschwichtigt hat, sondern sehr geradlinig und tendenziell steif und angespannt, mit starr nach vorne gerichtetem Blick, leicht gesenktem Kopf und angespannter Rute in die Begegnung gegangen ist. Solltet Ihr in eine solche Situation kommen und Euer Hund sendet keines der genannten Konfliktvermeidungssignale, ist es an Euch, die Situation möglichst konfliktfrei zu lösen. Ihr könnt Euren Hund durch Alternativverhalten (z. B. Suche nach Leckerlis) in der angespannten Situation umlenken, häufig reicht es aber auch schon, selbst einen Bogen zu machen oder langsam die Richtung zu wechseln.

Eventtipp:
Wer mehr über die spannende Welt der Körpersprache von Hunden lernen will, sollte den Körpersprache Praxisseminar von Martin Rütter DOGS Trainerin Conny Sporrer am 28.04. beim Trainingsgelände in der Jedlersdorfer Straße 133 1210 Wien, nicht verpassen. Dort können TeilnehmerInnen gemeinsam mit ihren Hunden üben und ihr Verhalten interpretieren.

Nach ihrem 2-jährigen Hundetrainer-Studium bei Martin Rütter in Bonn, leitet Conny Sporrer nun seit über 4 Jahren gemeinsam mit ihrem Team ihre eigene Hundeschule nach der Philosophie des „Hundeprofis“ in Wien. Bei DOGS werden aber vor allem die Menschen im richtigen Umgang mit ihren Hunden trainiert – Verständnis und Beziehung zwischen Hund und Halter spielen dabei eine ganz wichtige Rolle. Mittlerweile ist Conny selbst Dozentin für das DOGS Studium und gefragte Referentin und Fachautorin rund ums Thema Hund. www.martinruetter.com/wien

 

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