Wie du dich beim Joggen richtig verhältst

Wer joggt und keinen Hund hat, kennt das Gefühl: Wie verhalte ich mich, wenn mir ein Hund entgegenkommt? Wir haben bei einer Hundetrainerin nachgefragt.

Kennst du jemanden, der Angst vor Hunden hat? Oder warst du vielleicht selbst betroffen, bist aber durch den eigenen Vierbeiner therapiert worden? Dann kennst du bestimmt das Gefühl von jenen Menschen, die an Kynophobie leiden. Wodurch Hundeangst entsteht und wie Hundehalter aber auch Betroffene damit am besten umgehen, hat Hundetrainerin Conny Sporrer hier zusammengefasst.

Körpersprache und Kommunikation richtig verstehen

Ein leidiges Thema sind immer noch die vorherrschenden Missverständnisse in der Kommunikation zwischen Menschen und Hunden. Einerseits interpretieren Hundehalter ihre Vierbeiner häufig falsch, andererseits wird Verhalten von Außenstehenden oft fehlgedeutet. Kommt es dann zum Eklat, ist meist der Hund schuld. Immer noch wird heutzutage z.B. oft davon ausgegangen, dass Schwanzwedeln Freude beim Hund ausdrückt. Faktisch drückt es aber immer nur seinen Erregungszustand aus. Ein Hund kann z.B. freudig, unsicher aber auch aggressiv erregt sein. Ein Hund der dich fixiert und steifbeinig mit gesenktem Kopf und waagrechter, leicht schwingender Rute entgegen kommt freut sich nicht, er droht dir. Typisch ist aber auch, dass Menschen nicht erkennen wann sich ein Hund unwohl fühlt und sich der Situation lieber entziehen möchte.

So ist es für viele Menschen normal Hunde nach vorne übergebeugt anzusprechen und zu streicheln. Für den Hund hingegen ist es eigentlich als Drohung zu verstehen wenn sich ein Artgenosse über ihn beugt und ihn mit seinen Blick fixiert.

Angst vor Hunden? Am Sa., 09.09. um 10 Uhr erklärt euch Hundeexpertin Conny Sporrer mit Ihrem Team von @Martin Rütter DOGS Wien im Prater, wie Ihr entgegenkommenden Hunde, z.B. beim Joggen, richtig einschätzen könnt.

Treffpunkt: Eingang Hundezone Ecke Rustenschacherallee / Stadionallee, 1020 Wien

Wie sich Betroffene am Besten verhalten

Wie vom Menschen bekannt, haben auch manche Hunde gelernt, dass Angriff oft die beste Verteidigung ist und deuten deswegen Ernsthaftigkeit an, wenngleich damit gar keine ernste Drohung gemeint ist. Hunde bringen damit oft zum Ausdruck dass ihre Individualdistanz unterschritten wurde, welche, wie der Name schon sagt, sehr unterschiedlich sein kann. Schlecht sozialisierte Hunde finden Menschen die nicht klar lesbar sind (z.B. durch Kapuzen, Kappen und Sonnenbrillen) oft komisch. Nicht zuordenbar finden sie auch Menschen die sich anders bewegen, als sie es von ihnen kennen. Z.B. durch humpeln oder eine Behinderung. Zeigt ein Hund Ihnen gegenüber also solche Unsicherheiten, versuchen Sie die Lage am besten durch Stehenbleiben und sich zur Seite drehen zu deeskalieren. Sprich den Hund nicht an und nimm keinen Blickkontakt auf. Warte einfach ruhig ab, dann wird sich auch der Hund beruhigen.

Ähnliches gilt übrigens für alle, die mit Rad oder joggend unterwegs sind. Verfolgt dich ein Hund, möchte er meist seinen übrig gebliebenen Jagdtrieb ausleben und folgt seinem Reiz-Reaktionsmuster: Bewegung = Hetzen. Das Gute ist, dass unsere Haushunde nicht mehr auf Jagdbeute angewiesen sind, sondern Jagdverhalten nur mehr aus reinem Spaß ausleben. Das Hetzen setzt Glückshormone frei, die den Hund natürlich motivieren und Lust auf viele weitere Verfolgungen machen. Der Spaß ist natürlich auch immer dann vorbei, wenn die Beute stehen bleibt. So schwer es dir deswegen auch fallen mag, bleib dann einfach stehen und wenden den Blick ab. Der Hund wird kurz an dir schnüffeln, vielleicht einmal hochspringen, dann aber weiter ziehen. Hektische Bewegungen und Geschrei werden allerdings das Gegenteil bewirken, das passt dann nämlich wieder zum Jagdmuster.

Termine für Seminare zur hündischen Körpersprache & Kommunikation von Martin Rütter DOGS WIEN gibt es HIER

Nach ihrem 2-jährigen Hundetrainer-Studium bei Martin Rütter in Bonn, leitet Conny Sporrer nun seit über 4 Jahren gemeinsam mit ihrem Team ihre eigene Hundeschule nach der Philosophie des „Hundeprofis“ in Wien. Bei DOGS werden aber vor allem die Menschen im richtigen Umgang mit ihren Hunden trainiert – Verständnis und Beziehung zwischen Hund und Halter spielen dabei eine ganz wichtige Rolle. Mittlerweile ist Conny selbst Dozentin für das DOGS Studium und gefragte Referentin und Fachautorin rund ums Thema Hund. www.martinruetter.com/wien

 

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