Wie du aufhörst, ständig nach der Bestätigung anderer zu suchen

Klar, Anerkennung ist nett - immer darauf angewiesen zu sein, kann allerdings ganz schön belasten.

Wie du aufhörst, ständig nach der Bestätigung von anderen zu suchen

Sind wir ehrlich: Wir alle freuen uns über Lob von der Chefin, Likes auf unsere Insta-Posts, Komplimente fürs Outfit oder anerkennende Worte von den Eltern. All diese Dinge geben uns zumindest kurzfristig einen kleinen Ego-Push und sorgen dafür, dass wir uns ein bissi besser und selbstsicherer fühlen.

Manche Menschen sind von dieser Art der Bestätigung von außen auf gewisse Weise "abhängig" und fühlen sich unsicher und unwohl, solange sie diese nicht bekommen. Das kann auf Dauer ziemlich anstrengend werden und verhindern, dass sie ihr Leben einfach leben, geschweige denn genießen können.

Wir trauen anderen mehr als uns

Woher kommt's? Lisa Philyaw, Trainerin für Auftreten und Selbstbewusstsein erklärt gegenüber Bustle: "Wenn wir uns selbst nicht trauen, suchen wir bei anderen nach Anerkennung. Wir vertrauen der Meinung anderer Menschen mehr als unserer eigenen, sehen Einschätzungen von außen als valider an und suchen daher ständig nach Bestätigung."

Die gute Nachricht: Das muss nicht so bleiben. Tatsächlich können wir lernen, wie wir Vertrauen in uns selbst aufbauen und aufhören können, von äußerer Bestätigung abhängig zu sein:

1. Innere kritische Stimmen durch positive ersetzen

Die meisten von uns sind unsere eigenen schärfsten Kritiker*innen. Was wir tun und sagen, legen wir auf die Goldwaage - viel mehr als wir es bei anderen tun. Das untergräbt unser Selbstbewusstsein. Was helfen kann ist, sich aktiv bewusst zu machen, wie wir über uns selber denken, etwa indem wir negative Gedanken notieren oder uns mithilfe von Meditation auf unsere Gedankengänge konzentrieren.

Lebensberaterin Cheri Timko empfiehlt gegenüber Bustle, sich bei aufpoppenden kritischen oder selbstzerstörerischen Gedanken bewusst daran zu erinnern, dass unsere erste (oft negative) Emotion, unser erster Gedanke oft eher eine automatisierte Reaktion ist, die oftmals gar nicht angebracht ist. Sie rät, zu versuchen, negative Sätze, die wir uns selbst vorsagen, durch positive zu ersetzen und daran zu denken, dass wir fähig und wertvoll sind - auch dann, wenn wir Fehler machen.

2. Umgib dich mit liebevollen Menschen

Das Gefühl, auf Bestätigung von außen angewiesen zu sein, kann sich verstärken, wenn wir von Menschen umgeben sind, die nicht unbedingt unser Bestes wollen oder uns gegenüber nur Gleichgültigkeit zeigen. Jemanden in seinem Umfeld zu haben, der uns Mut zuspricht und immer wieder positiv bestärkt, stärkt das Selbstbewusstsein und inspiriert.

3. Regelmäßig üben

Gerade, wenn wir etwas zum ersten Mal machen oder einfach noch wenig Erfahrung in einer Sache haben, fühlen wir uns unsicher und suchen dauernd nach der Bestätigung von anderen. Klar, kann es hilfreich sein, Tipps und Einschätzungen von außen einzuholen, ein anderer Weg, Selbstsicherheit in einer bestimmten Sache aufzubauen ist, sie zu üben, also immer wieder zu wiederholen. Egal ob es ums Treffen von Entscheidungen oder Halten von Präsentationen in der Arbeit geht. Nach und nach werden wir routinierter - und sind weniger auf Anerkennung von anderen angewiesen.

4. Frage dich: Warum traust du dir selbst nicht?

Um Verhaltensweisen, die uns auf Dauer belasten, loszuwerden, ist es wichtig, erst mal herauszufinden, woher sie überhaupt kommen. Bevor wir das nächste Mal nach Einschätzungen von anderen fragen, sollten wir uns selbst mit der Frage auseinandersetzen: Was denke ich darüber? Und warum traue ich meiner eigenen Beurteilung nicht?

Vielleicht ist es, weil wir von jemand anderem gemocht oder akzeptiert werden wollen - und dieses Ziel nur über die Bestätigung dieser Person erreichen (so glauben wir). Vielleicht haben wir in unserer Kindheit hauptsächlich dann Zuneigung erfahren, wenn wir etwas "geleistet" haben oder wurden oft kritisiert. Sich dem Ursprung der unsicheren Gedanken bewusst zu werden, ist ein wichtiger Schritt, um das Verhalten mit der Zeit abzulegen.

5. Ängsten stellen

Ein weiterer Tipp, um das eigene Selbstvertrauen zu stärken ist, dir deine eigenen Ängste vor Augen zu führen, etwa indem du sie aufschreibst und von der kleinsten bis zur größten Angst reihst. Wir sprechen hier von Ängsten, die dich in deinem Alltag begleiten und hemmen, etwa ein unangenehmes Telefonat führen, beim Meeting in der Arbeit eine Idee einbringen oder dich bei der Freundin melden, die du schon ewig nicht gesehen hast.

Steht die Liste, versuche, die Tasks nach und nach abzuarbeiten - auf diese Weise kannst du dir selbst beweisen, dass du sehr wohl imstande bist, diese Dinge zu tun, oft fehlt es nur an der anfänglichen Überwindung. Mit jeder überwundenen Angst wirst du merken, wie deine Selbstsicherheit wächst und weniger das Bedürfnis haben, dir ständig bei anderen Zuspruch und Bestätigung zu holen.

 

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