Wie du am besten mit Choleriker*innen umgehst

Was zeichnet eine*n Choleriker*in aus? Und wie gehe ich mit ihnen und dem eigenen Frust um?

Frau verzweifelt am Schreibtisch mit beiden Händen am Kopf

Woran denkst du, wenn du an eine*n Choleriker*in denkst? Vielleicht an deinen Vater, der sich schon in deiner Kindheit durch jede Kleinigkeit aus der Fassung bringen hat lassen? Seiner Wut hat er gerne freien Lauf gelassen, ohne dabei auf deine Gefühle zu achten. Oder erinnert dich der Begriff an deine*n Chef*in oder Kolleg*in? Die Gemeinsamkeit? Scheinbare Kleinigkeiten bringen diese Menschen innerhalb weniger Sekunden von null auf hundert.

Eins ist klar: Das ist wahnsinnig anstrengend. Für die cholerischen Menschen selbst, aber auch und besonders für deren Umfeld. Woran erkenne ich frühzeitig, ob jemand ein*e Choleriker*in ist und daher zu Wutausbrüchen neigt? Und wichtiger noch: Wie gehe ich damit um?

Typisch

Viele von uns haben eine bestimmte Person im Kopf, wenn wir an Choleriker*innen denken. Dabei ist das gar nicht so eindeutig. Die oder den typische*n Choleriker*in gibt’s nämlich nicht. Der Begriff ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für Menschen, die dazu tendieren schnell aus der Haut zu fahren. Im Duden wird "der Choleriker" als "leidenschaftliche, reizbare, jähzornige männliche Person" beschrieben. Leidenschaftlich, aber reizbar also. Deshalb gibt‘s auch keine klaren Anzeichen, die darauf hinweisen, ob jemand ein cholerischer Mensch ist. Alles, was wir wissen ist: Es gibt sie. Die Menschen, die sich durch Kleinigkeiten provoziert fühlen und schnell laut werden. Sehr laut. Deshalb die Frage: Wann hat also jemand cholerische Tendenzen?

Zornig oder Leidenschaftlich?

Einen cholerisch veranlagten Menschen könntest du an folgenden Merkmalen erkennen: Er*sie ist impulsiv, rastet schnell aus, hat wenig Selbstkontrolle, ist leicht reizbar und hat starke Emotionen (egal welche). Wichtig: Er*sie legt ein dominantes Verhalten an den Tag. In der Medizin gelten diese Charakterzüge als mögliche Symptome für ADHS oder bestimmte Formen von Autismus. Und in der Arbeitswelt? Oft werden diese Eigenschaften mit Führungskräften assoziiert und deswegen bei Chefs und Vorgesetzten häufig toleriert. Aber muss man das? Und wie erkenne ich frühzeitig, ob ein Mensch eine cholerische Veranlagung hat?

Ursachen

Es gibt viele Ursachen, die jemand mit cholerischen Tendenzen schnell zum Toben bringen. Vernachlässigungsgefühle aus der Kindheit können der Auslöser sein, aber es kann eben auch medizinische Gründe geben. Allerdings können auch Überforderung, Minderwertigkeitsgefühle oder ein Gefühl der Ohnmacht hinter dem Jähzorn stecken. Nicht selten verbirgt sich dahinter aber auch eine narzisstische Persönlichkeitsstörung.

Wir geben dir Tipps zum Umgang mit cholerischen Menschen:

1. Nicht Projizieren
Versuche die Wutanfälle des Gegenübers nicht auf dich zu projizieren. Diese haben in den wenigsten Fällen mit dir zu tun.

2. Inne halten
Gehe mental einen Schritt zurück und beobachte die Situation. Vielleicht hilft dir das auch besser mit deinem Frust umzugehen.

3. Verständnis zeigen
Außerdem kannst du probieren dem Menschen mit cholerischen Zügen ein Gefühl von Verständnis zu geben und Unterstützung zu zeigen. Da meistens Ohnmacht hinter den Wutausbrüchen steckt, kann dein Mitgefühl hilfreich für die Person sein und sie beruhigen.

4. Grenzen setzen
Trotzdem: Zeige trotz Fürsorge deine Grenzen auf und halte sie ein! Und mach dein Gegenüber darauf aufmerksam, dass du dir nicht alles gefallen lässt. Schließlich bist du kein Fußabtreter.

 

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