Wie diese Frau 70 Millionen Frauen im Monat inspiriert

Das 4GAMECHANGER Festival zieht seit Samstag alles, was digital interessiert ist, nach Wien. Ein Blick durch die Hallen und die Panel-Teilnehmer zeigt aber: Wieder mal fast nur Männer. Wäre da nicht Tiffany Pham, die mit ihrer Keynote und ihrem Business inspiriert.

Keine Frage, es ist saucool, dass derzeit beim 4Gamechanger Festival so viel Innovation, Hirnschmalz und Business Cases quasi offen dargelegt werden. Und man damit auch klar sagt: Österreich ist vielleicht nicht Silicon Valley, aber es gibt enormes Potenzial und jede Menge guter Idee, wie die Welt von morgen aussehen könnte.

Aber: Egal, ob Start-Ups, Expertenmeinung oder Besucher - die meisten, die hier und heute was zu sagen haben, sind Männer. Das ist nicht die schuld des Festivals, das ist leider eine statistische Tatsache. Nur 10 bis 12 Prozent aller Start-Ups in Österreich werden von Frauen gegründet.

So weit, so sad.

"Bildung für Frauen"

Wär da nicht Montag vormittag eine unglaublich lässige und inspirierende junge Frau namens Tiffany Pham aufgetreten. Sie kommt ursprünglich aus Vietnam, Englisch hat sie sich selbst beigebracht (sie hat "Friends" geschaut und so gelernt) und heute erreicht sie mit ihrer Frauen-Plattform Mogul unfassbare 70 Millionen Frauen - pro Monat (!). In Wien sagte sie gestern: "Ich war immer der Meinung, dass Medien enorm viel bewirken können für die Bildung von Frauen - und das ist es, was ich tun möchte. Ich möchte Frauen helfen, sich zu vernetzen und ihre Möglichkeiten zu sehen und zu nützen."

Tiffany Pham 4gamechangers Wien

Oma ist ihre Inspiration

Inspiriert von ihrer Großmutter, die sich in Vietnam gegen kommunistische Propaganda zur Wehr setzte, war diese Oma für Tiffany so was wie ihr größtes Vorbild. 14 Jahre war sie alt, als ihre Oma starb und seit dem hat Tiffany am Traum einer Empowerment-Plattform für Frauen gearbeitet. Hart. Warum hart? Weil sie sich neben ihren "Tages-Jobs" bei den TV-Sendern HBO und CBS selbst um drei Uhr morgens die Kunst des Programmierens beibrachte. Weil das übrigens noch nicht herausfordernd genug war, machte sie parallel auch noch ein Projekt mit dem Vize-Bürgermeister von Peking, um die kulturellen Unterschiede zwischen China und den USA herauszuschälen.

Das Forbes-Magazine führte sie auf ihrer berühmten "30 under 30"-Liste und die Feministin ist auch heute, nachdem Mogul zur am schnellsten wachsenden Community-Seite der Welt geworden ist, bescheiden und sympathisch geblieben. Und ja, man bezeichnet Frauen gern als bescheiden und nicht immer ist das etwas Gutes.

Aber: Tiffany ist keine arme Studentin, sie stammt aus einer reichen vietnamesischen Oberschicht, studierte in Harvard und hätte sicher einen fetten anderen Job auch machen können. Für sie persönlich musste sie diese Plattform nicht schaffen, sie kam sozusagen auf der Butterseite zur Welt. Doch die heutige New Yorkerin hat nie vergessen, in welchen Situationen Frauen auf der ganzen Welt leben und in welche Systeme sie geboren werden. Weltweit haben aktuell 62 Millionen Mädchen keinen Zugang zu Bildung und damit keinen Zugang, Talente zu nützen. Aber immer mehr haben einen Zugang zum Internet. Mogul hat eine Möglichkeit eröffnet - das ist social entrepreneurship. Allein dafür sagt die WIENERINdem 4Gamechanger Festival: Danke!

 

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