Wie die Polizei über einen Übergriff auf dem Oktoberfest berichtet

Die Münchner Polizei gerät ins Kreuzfeuer, weil sie in einem Bericht einen sexuellen Übergriff eines Deutschen stark verharmlost hat.

Die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in Köln sowie generelle Voreingenommenheit in Anbetracht der Flüchtlingswelle der letzten Jahre hat sexuelle Belästigung wieder auf das Tapet gebracht und die Berichterstattug zu dem Thema angeheizt. Dabei fiel immer wieder auf, das Belästigung nur zum Thema gemacht wurde, wenn es sich um ausländische Täter handelte. Dass das auch die Polizei ähnlich sieht, beweist ein Polizeibericht aus München, in dem ein Übergriff drastisch verharmlost wird. In dem Wiesn-Bericht wird von dem 20-jährigen Deutschen als "Kecker Bursche" gesprochen, der sich einen Spaß erlaubt hat. Entdeckt hat die Meldung der deutsche Grünen-Politiker Dominik Krause.

In diesem Bericht klingt der Vorfall wie eine lustige Anekdote von der Wiesn. Tatsächlich wird der "Rockträgerin" mehr Schuld zugewiesen, als dem Belästiger, da sie ihn danach mit dem Bierkrug getroffen hat: "Natürlich handelt es sich hierbei um eine Straftat. Nach Zahlung einer vierstelligen Eurosumme konnte ide Amerikanerin die Wiesnwache wieder verlassen."

Laut süddeutsche.de hatte sich die Polizei damals auf Beschwerde eines Journalisten entschuldigt. Geändert wurden die Passagen bislang nicht. Der Pressesprecher der Polizei sagte der Süddeutschen, dass er bestürzt darüber sei, dass "Dieser vermeidbare und sachliche Einzelfall als Beleg für einen sorglosen und systematischen Umgang der Münchner Polizei mit dem Thema genutzt wird." Das Gegenteil sei der Fall: "Unsere Mitarbeiter gehen äußerst sensibel mit der Thematik um." Der Bericht wird angeblich sofort geändert. Also vier Monate später.

 

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