Wie die Corona-Krise deine Periode verändert

Veränderte Zykluslänge, verspätete oder ausbleibende Periode und stärkere PMS-Symptome? Corona hat auch auf unseren Zyklus großen Einfluss, wie Gynäkolog*innen erklären.

Veränderung der Periode durch Corona

So manche Veränderungen durch die Corona-bedingte Isolation waren ja vorherzusehen: die ein bisserl längeren Zyklen zwischen Haarwäschen oder der Anstieg an Jogginghosen-Bedarf etwa. Tatsächlich beeinflussen die Corona-Krise und die damit verbundenen Maßnahmen aber auch unsere Menstruation – und das liegt nicht nur am erhöhten Stresslevel.

Was Stress mit dem Zyklus macht

Klar, der größte Einflussfaktor Stress. Psychische Belastungen wie etwa Sorge um den Job, die Gesundheit oder die Sicherheit der Liebsten machen sich schnell bei der Periode bemerkbar: "Stress kann den Zyklus wie verrückt durcheinander bringen", bestätigt etwa Mary Jane Minkin, Medizinerin an der Yale University School of Medicine gegenüber Refinery29. Das liegt an einer veränderten Hormonproduktion: Normalerweise produziert die Hirnanhangsdrüse zwei Hormone, die die Eierstöcke steuern. Bei dieser Hormonproduktion gibt es noch vieles zu erforschen – was man aber jetzt schon sicher weiß: Dass Gefühle der Angst und Sorge die regelmäßige Sekretion dieser Hormone stören. Das bringt die Sexualhormone Östrogen und Progesteron durcheinander, was in unregelmäßigeren Zyklen resultiert. "Stress kann verschieden Arten von anormalen Blutungen verursachen – von häufigeren Episoden bis hin zu längerem Ausbleiben der Periode", so Mary Jacobson, Oberärztin bei Alpha Medical.

Es liegt aber nicht nur am Stress

Veränderungen des Zyklus nur auf Stress und psychische Belastung zurückzuführen, wäre aber zu kurz gegriffen. Die Corona-Maßnahmen wirken sich auf viele Bereiche unseres Lebens aus, zwingen uns zu neuen Tagesrhythmen. Neue Routinen im täglichen Leben verändern auch unseren Zyklus. Vielleicht machst du aktuell deutlich mehr, viel weniger oder ganz anderen Sport al noch vor Corona. Statt dem Fitnessstudio chillt du jetzt auf der Couch (for the record: Das ist absolut okay. Lies mal hier und hier mehr dazu) oder die Einheiten im Boxstudio wurden von Yoga @ Home ersetzt. "Veränderungen wie diese können dazu führen, dass die Hormonspiegel schwanken und sich Menstruationszyklen verschieben", so Dr. Minkin.

Auch ein verändertes Schlafverhalten hat Einfluss auf die Periode: Unser Schlaf ist quasi ein Spiegelbild des Zyklus. Menschen, die unregelmäßig und schlecht schlafen, neigen eher zu unregelmäßigen Perioden. Das zeigt eine auf Sleep Medicine veröffentlichte Studie. Ja, du ahntest es schon, auch das hat mit dem Hormonhaushalt zu tun: Veränderungen im Schlafrhythmus beeinflussen die körpereigene Produktion von Cortisol und Melatonin, was letztlich auch den Menstruationszyklus beeinflusst.

Auch die Periode wird eine "neue Normalität" finden

Leichte Veränderungen seien aktuell also ganz normal. Auch PMS-Symptome wie Stimmungsschwankungen und schmerzhafte Krämpfe können aufgrund der aktuellen Stresssituation ausgeprägter sein als sonst. Aber keine Sorge: Die Menstruation wird sich innerhalb weniger Zyklen – vor allem, wenn auch andere Routinen beginnen sich zu stabilisieren – wieder normalisieren, ist Dr. Minkin sicher. Tut sie das nicht, ist ein Check bei dem*der Gynäkolog*in ratsam.

 

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