Wie alt sind die Väter in Teenager-Schwangerschaften?

Der Großteil ist leider älter als erwartet, trotzdem fokussieren Aufklärungskampagnen auf die jungen Frauen.

Teenager-Schwangerschaften

Viele von uns kennen zumindest eine Frau, die bereits als Teenager schwanger wurde. Eine Schulkollegin, Nachbarn, die Tochter einer Bekannten eurer Mutter. Manche von uns (let’s be real) dachten während ihrer Jugend eine ungeplante Schwangerschaft wäre das Schlimmste, was ihnen passieren könnte? Warum? Vor allem deshalb, wie die Umgebung und unsere Umwelt damit umgeht.

Überlegt mal:

  • Was wird über diese Mädchen gesagt?
  • Was denkt man über sie?
  • Wie ist deren Ruf?

Tennager-Schwangerschaften sind ein Problem, über das junge Frauen früh genug aufgeklärt werden. Es ist die Angst von Eltern, ein Thema worüber in der Schule gesprochen wird. Es sind die Gebete, die Schülerinnen in der Oberstufe auf Schultoiletten, während sie auf ihre Periode warten, in den Himmel schicken. Um dieses Problem zu reduzieren braucht es entsprechende Aufklärung, den einfachen Zugang zu Verhütungsmitteln und sexuelle Erziehung.

Doppelmoral

Worüber in diesem Zusammenhang meistens kaum gesprochen wird, sind die Väter. Die Väter müssen sich nicht der gesellschaftlichen Ächtung aussetzen. Sie sind nicht diejenigen, die ihre Eltern enttäuschen und die, schon bevor sie das erste Mal ihre Periode haben, aufgeklärt werden, dass sie alles daransetzen müssen, damit genau das nicht passiert. Sie müssen ihre Zukunft nicht umplanen, keine Träume aufgeben. Umso erschreckender ist, dass diese Väter meistens erwachsene Männer sind, die es besser wissen müssten.

Altersunterschied

Laut einem National Academics report sind der Großteil der Männer, nämlich 39 %, die 15-jährige Mädchen schwängern zwischen 20 und 29 Jahre alt. Sie sind also Erwachsene. Trotzdem richtet sich die Aufklärung häufig an die jungen Frauen und auch die Folgen müssen Frauen oft alleine tragen. 2013 wurde beispielsweise in den USA eine Kampagne geschalten, die mit Sprüchen wie "Du solltest die Welt verändern, nicht Windeln wechseln" und "Genieße lieber deine Jugend, in der du noch ein Kind sein kannst, anstatt eines zu erziehen" warb und vor Teenager-Schwangerschaften warnte. Diese Kampagnen sind auf Frauen abgezielt, ebenso wie der Großteil der Verhütungs- und Aufklärungsarbeit.

Vertrauen

Damit nimmt man Männer (nicht nur Jungs, sondern wirklich Männer) aus der Verantwortung. Gerade wenn es einen größeren Altersunterschied zwischen dem Mädchen und dem Mann gibt, wird sich diese auf ihn verlassen, auf dessen Lebenserfahrung vertrauen. Bevor wir also junge Mädchen verurteilen, macht es Sinn einen Blick auf den Vater zu werfen und diesen genauso in die Verantwortung zu nehmen. Gerade in Beziehungen oder Verbindungen mit Altersunterschieden darf nicht vergessen werden, dass die Frau sich häufig von ihm leiten lässt. Wenn der Mann also erklärt "Ach, das passt schon, das hab ich schon oft so gemacht und es ist nie etwas passiert", wird sie ihm glauben. Weil ihr die Lebenserfahrung fehlt, die er offensichtlich hat. Wer sollte also in so einem Fall zur Verantwortung gezogen werden? Über wessen Verhalten sollte die Nase gerümpft werden?

 

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