WHO über Corona: "Es sind die Frauen, die diese Last tragen"

Der Kampf gegen Corona ist auch ein feministischer Kampf. Das macht Soumya Swaminathan, Chief Scientist bei der World Health Organization, in einem Videointerview deutlich.

An der Kasse im Supermarkt, in der Pflege in Krankenhäusern, beim Einkaufen für die pflegebedürftige Oma oder beim Versorgen der Kinder zu Hause: Es sind mehrheitlich Frauen, die die Last der Corona-Krise aktuell besonders hart zu spüren bekommen.

Fürsorge ist – beruflich und privat – immer noch hauptsächlich Frauenarbeit und entweder unbezahlt oder unterbezahlt.

Auf diese Umstände macht die World Health Organization aktuell in einem Video aufmerksam. Ein Interview mit Soumy Swaminathan, einer der Chefwissenschaftlerinnen der WHO macht deutlich, dass die Auswirkungen von Covid-19 Frauen besonders hart trifft, denn: "Die Mehrheit der Gesundheitsdienstleister weltweit sind Frauen", sagt die Wissenschaftlerin. "Insbesondere bei der Reaktion auf den Covid-19 werden Frauen meines Erachtens nach unverhältnismäßig stark gefordert sein, um über ihre Grenzen hinauszugehen."

Ihre Message betrifft Frauen auf der ganzen Welt, denn: Die Verantwortung der Frauen würde bei diesem Ausbruch zwar besonders stark zu spüren sein, aber das alles sei in den Gesundheitssystemen auf der ganzen Welt das ganze Jahr über der Fall. "Vielleicht ist dies eine Gelegenheit, die Rolle der Frauen in den Mittelpunkt zu stellen: Sowohl als Betreuerinnen zu Hause – eine Rolle, die oft nicht anerkannt, nicht gewürdigt und nicht erstattet wird – aber auch im Arbeitsumfeld bei Pflegerinnen, Ärztinnen, Gesundheitsdienstleisterinnen aller Art, die an vorderster Front stehen", appelliert Swaminathan. "Es sind schließlich die Frauen, die diese Last tragen werden."

 

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