White Man

Ein Paar, nicht mehr ganz jung und nicht mehr ganz frisch verliebt, fährt zum Urlauben mit der kleinen Tochter auf eine tropische Insel. Es könnte alles so schön sein – doch nach wenigen Tagen ist der Alptraum da.

Das liegt auch an der politischen Situation auf der Insel: Weiße und Schwarze beäugen sich argwöhnisch, es ist noch nicht lange her, dass die Insel sich von der britischen Kolonialmacht in die Unabhängigkeit hat befreien lassen - von ihrem Präsidenten. Und dessen Sohn Joseph verändert das Leben des norwegischen Paares Catherine und Thomas für immer. Denn, so viel darf verraten werden: Thomas tötet Joseph. Notwehr, denkt man als LeserIn, und womöglich auch: War Joseph nicht eh ein Böser?

Alles anders. Uns im ersten Teil ihres Romans auf genau diese Fährte zu locken, wenn sie Catherine und Thomas erzählen lässt - das ist die Kunst von Autorin und Filmregisseurin Sara Johnsen. In Teil zwei aber kommt der mittlerweile tote Joseph zu Wort (muss man akzeptieren, dass ein Toter zu einem spricht).

Nun stellt sich die Sicht der Dinge ein wenig anders dar. Was auch an seiner britischen Geliebten Susan liegt, für die der sensible Joseph über Jahre als Gigolo herhielt. Ein Roman wie ein Film, wuchtig, spannend und glaubwürdig erzählt.

 

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