Where I Belong

Endstation Sehnsucht. Als sich im London der 1950er-Jahre die blutjunge Rosemarie in einen Freund ihres österreichischen Vater verliebt, hat das ungeahnte Folgen: Rosemarie wird glücklich. Eine Identitätssuche zwischen Begehren und Aufbegehren, Sinn und Sinnlichkeit, Selbstbestimmung und Verantwortung.

England, Ende der 1950er Jahre. Rosemarie Kohschitz (die britische Theaterschauspielerin Natalie Press) ist nicht wie die anderen Mädchen aus der Londoner Vorstadt. Während ihre Freundinnen aus dem Abendkurs davon träumen, möglichst bald einen Ring am Finger zu haben und Babies in den Armen zu wiegen, hat das Sekretärinnen-Diplom bei ihr oberste Priorität.

Bis dahin arbeitet die zweisprachige Tochter eines Österreichers fleißig und unterbezahlt in einem Stoffgeschäft. Für den Unterhalt der Familie sorgt Rosemarie. Ihr Vater Friedrich (Matthias Habich), ein in den Wirren des Zweiten Weltkriegs emigrierter Wiener, kann die Verluste, die er erlitten hat, nicht verwinden. Verbittert begräbt er seinen Kummer in Alkohol. Besonders schmerzen den Enteigneten die offiziellen Briefe des österreichischen Innenministeriums. Zum wiederholten Mal lehnt man es ab, der Familie Kohschitz ihre Besitz, eine stattliche Villa in der Wiener Gußhausstraße, zurückzuerstatten. Arm und entrechtet möchte Friedrich nicht aus dem Leben scheiden.

Where I Belong

Wie gut, dass Anton (Burgtheater-Stars Johannes Krisch) unerwartet mit einer Flasche Rotwein aus dem Burgenland an die Tür klopft. Friedrich blüht auf. Nie hätte er damit gerechnet, seinen alten Freund wiederzusehen. Ganz offensichtlich hat Anton es zu etwas gebracht: Er trägt einen schneidigen Anzug und fährt einen schwarzen Schlitten. Noch dazu überhäuft er die Familie Kohschitz geradezu mit seiner Großzügigkeit. Aber Antons Besuche sind nicht ganz uneigennützig. Er hat nämlich ein kesses Auge auf die bescheidene Rosemarie geworfen ...

Die Nacht mit dem wesentlich älteren Kavalier weckt Rosemarie buchstäblich aus dem Dornröschenschlaf.

Verlieben statt verstecken, leben statt gehorchen, arbeiten satt zu dienen. Frauen wie Rosemarie Kohschitz waren Ende der 1950er-Jahre selten. Detailgetreu inszeniert und hervorragend besetzt, erzählt Regiedebütant und in London lebender Auslandsösterreicher Fritz Urschitz die Geschichte einer Generation, die sich selbst mit Kraft, Fantasie und Pioniergeist aus der Tristesse der Nachkriegszeit herausgewunden hat. Schöner kann Liebe im Kino nicht sein!
 

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