Wer ist eigentlich Melania Trump? Die neue "First Lady" im Check

Ein Blick hinter die Fassade einer Frau, von der man bis jetzt nur wenig gehört hat.

Sie strahlt an seiner Seite. Gehüllt in ihr Markenzeichen, einen silbrigen Mantel des Schweigens. Donald Trumps dritte Ehefrau ist bisher nicht durch politische Positionen auffällig geworden. Wer ist Melania Trump?

1970 geboren, ist sie 24 Jahre jünger als ihr Gatte. Die gebürtige Knauss brach in ihrer Heimat im slowenischen Ljubljana ein Studium ab (Architektur und Design) und zog, 1,80 Meter groß, als Model nach Mailand und Paris. Mit 17 wurde sie angeblich von Helmut Newton entdeckt. 1996 wanderte sie in die USA aus.

2004 CFDA Fashion Awards

1998 lernte sie auf einer Party während der Fashion Week in New York Donald Trump kennen. 2005 wird geheiratet, teuer und glamourös in Palm Springs, sie in Dior. Das Ehepaar Trump hat ein gemeinsames Kind, den zehnjährigen Barron. Dem Vernehmen nach haben die Trumps kein Kindermädchen, Melania bezeichnet sich als "Vollzeitmutter".

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"Ich werde anders sein als andere First Ladies"

Melanias Rolle im Team Trump ist etwas nebulös. Für die anderen Mitglieder der Familie werden Rollenprofile sichtbar, für Melania noch nicht. Trumps Tochter Ivanka ist bislang präsenter, prägender.

Was sagt Melania zum Thema First Lady? "Ich werde ich selbst sein. Ich werde anders sein als andere First Ladies. Ich werde Frauen helfen, ich werde Kindern helfen. Sie sind die Zukunft."

Weggefährten beschreiben Melanias Lebenswandel als sehr luxuriös. In New York lebt sie mit Blick über den Central Park an der 5th Avenue in einem 100-Millionen-Dollar-Penthouse.

Melania Trump spricht angeblich Italienisch, Französisch, Englisch und Deutsch. "Der stille Partner", schrieb die "New York Times" im September. 2016 kam sie allmählich aus der Deckung.

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Man muss mit allen biografischen Angaben über Melania Trump etwas vorsichtig sein, Rechercheure unter anderem der "New York Times" entdeckten Widersprüche, und das Wenige ist sorgsam gestaltet.

Über Donald: "Er ist sehr klug und charmant"

Für Donald hat Melania nur Lobendes. MSNBC sagte sie: "Ich mag seinen unglaublichen Verstand, er ist sehr klug und charmant, und wir haben eine großartige Energie zwischen uns." Bei aller Loyalität - immer einverstanden sei sie aber nicht: "Ich sage ihm, wenn ich nicht mit ihm übereinstimme. Manchmal hört er zu. Manchmal aber auch nicht."

Zu CNN sagte sie: "Wir sind beide sehr unabhängig. Ich lasse ihn sein, wie er ist, und er lässt mich sein, wie ich bin. Ich versuche nicht, ihn zu ändern. Er ist erwachsen und kennt die Konsequenzen seines Verhaltens, daran rühre ich nicht. Ich sage ihm sehr, sehr oft meine Meinung." Es sei möglich, dass ihr Mann als Präsident seinen rauen Ton ändern würde.

Melania Trump liebt New York ("Was für eine Energie") und Amerikas Möglichkeiten. Sie könne gut verstehen, wie attraktiv die USA für Einwanderer seien, sie sei ja selber einer. Deswegen habe sie aber noch lange kein Verständnis für Illegale: Das sei zweifellos falsch. "Ich habe immer das Gesetz beachtet und mich richtig verhalten", sagt sie. "So sollte man das machen. Ich habe mich hier nicht reingeschlichen und bin dann einfach geblieben."

Donald Trump, der seit Monaten gegen Einwanderer und Muslime hetzt, sei ganz bestimmt kein Rassist. Er sei auch nicht gegen Einwanderer.

Die letzte First Lady, die nicht in den USA geboren wurde, war Louisa Catherine Johnson Adams, 1825 bis 1829. Auch eine Europäerin.

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Was macht Melania eigentlich sonst so?

Melania Trump vertreibt eine Beautylinie (mit Kaviar angereichert) und über den Homeshopping-Sender QVC eine etwas bling-bling-hafte Schmuckkollektion. Ihr Social-Media-Verhalten ist übersichtlich. Ihre Homepage zieren Fotos aus ihrer Modelvergangenheit, während derer entweder die Fotos oder ihr Körper verändert wurden. Ein Topmodel war sie nie, wurde aber von berühmten Fotografen abgelichtet: Mario Testino, Ellen von Unwerth, Patrick Demarchelier.

Melanias Vergangenheit gilt gemeinhin als skandalfrei. Da das Internet aber nichts vergisst, verbreiten Gegner anhaltend frühe Fotos mit spärlichster Bekleidung und gehässiger Bildzeile: "Melania Trump beim Sichern der Stimmen evangelikaler Christen".

Am Ende kam die große Blamage

Für Aufregung sorgte ihre Rede am Parteitag der Republikaner im Juli. Diese war zur großen Teilen aus einer früheren Ansprache von Michelle Obama abgekupfert. Folglich sah man Melania nur noch selten sprechen.

Ausgerechnet bei einer der Fernsehduelle, trat Melania dann mit in ein weiteres "modisches" Fettnäpfchen. Ihre Gucci-Bluse mit dem Kollektionnamen "Pussy Bow" kam kurz nach dem Bekanntwerden des "Grab Them by the P***y"-Skandals, nicht gut bei den ZuschauerInnen an.

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Wofür genau Melania steht und wie sie ihren zukünftigen Beruf als First Lady tatsächlich gestalten wird, ist derzeit fast genauso unklar, wie Trumps politische Linie selbst.

Fakt ist, dass sich in den USA bald wohl einiges ändern wird...

 

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