Wer diese Netflix-Serie noch nicht gesehen hat, sollte das schnell nachholen

"Dark“ ist die erste deutsche Eigenproduktion bei Netflix. Du hast die Serie noch nicht gesehen? Wir verraten Dir, warum sich das ändern sollte.

"Dark" ist die erste deutsche Eigenproduktion bei Netflix. Du hast die Serie noch nicht gesehen? Wir verraten Dir, warum sich das ändern sollte.

Eigentlich hatte mir der Netflix-Algorithmus die Serie „Dark“ schon im Dezember letzten Jahres vorgeschlagen. Ich konnte mich aber nicht dazu aufraffen, mir die Serie anzusehen. Eine Mystery-Serie in einer deutschen Kleinstadt, in der Kinder verschwinden und im Wald das Böse lauert? Das war doch sicher nur ein billiger Abklatsch von „Stranger Things“. Und einen "billigen Abklatsch von..." hat es in der deutschen Fernsehgeschichte tatsächlich schon oft genug gegeben. Wir erinnern uns an all die schlechten deutschen Arztserien, die uns der „Greys Anatomy“-Hype beschert hat. Ich hab mich immer schon, warum man deutschsprachigen Raum einfach keine vernünftigen Serien zusammenbringt.

Warum "Dark" deine neue Lieblingsserie werden sollte

Bei „Dark“ leistete Netflix Entwicklungshilfe und angesprochen wird hier ganz klar ein internationales Publikum. Das merkt man auch an den Details. Gleich in der ersten Folge sieht man, wie der Hauptdarsteller zu einer orangenen Pillendose greift. Solche Pillendosen habe ich in Deutschland noch nie gesehen, aber der erfahrene, internationale Serienseher weiß, dass es sich bei orangen Pillendosen um verschreibungspflichtige Medizin handelt. Und wie die aussieht, haben wir schließlich schon bei "Dr. House" gelernt.

Was an „Dark“ gefällt: Die wirklich fähigen deutschen Schauspieler (wo hatte man die so lange versteckt) überzeugen. Und für internationalen Serienpathos sorgt der dichte Inszenierungsstil mit großem Talent für Bilder und Stimmungen.

„Dark“ ist deutsch, aber wieder auch nicht. Es gibt deutsche 80er Jahre Nostalgie wie einRaiderSchokopapierl oder einen Nena Song, aber andererseits könnte die Handlung auch in Schweden oder in Kanada spielen. Mann könnte auch sagen, so deutsch wie nötig und so undeutsch wie möglich.

In zehn Folgen erzählt der Mystery-Thriller von verschwundenen Kindern, dunklen Familiengeheimnissen, einem bedrohlichen Atomkraftwerk und Löchern in der Zeit. Dazu gibt es mit dem schaurig dunklen Wald - auch bereits seit den „Brüder Grimm“ ein Klassiker zum Fürchten. Am Schluss gibt es mehr Fragen als Antworten und man fühlt sich als Zuseherin ein bisschen an das Inseldrama „Lost“ erinnert. Aber man hat sich herrlichst amüsiert, gegruselt und unterhalten.

Die amerikanischen Zuseher und Filmkritiker sind übrigens begeistert von „Dark“. Fühlen sich an die französische Serie „The Missing“ und an „Twin Peaks“ erinnert. Fazit: "Dark" ist stilistisch und narrativ eine typische Netflix Produktion und das ist gut so. Würde die Serie auch eine neue Ära in der deutschsprachigen TV-Landschaft einleiten, wäre das noch besser.

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