Wer Dating-Apps nutzt, leidet eher an einer Essstörung

Eine neue Studie hat Zusammenhänge zwischen Dating- und Essensverhalten feststellen können. Demnach haben Menschen, die regelmäßig Dating-Apps verwenden, eher ein gestörtes Essverhalten.

Dating, Restaurant

ForscherInnen der Harvard TH Chan School of Public in Boston haben mittels einer Umfrage versucht, eine Korrelation zwischen dem Nutzen von Datings-Apps und dem eigenen Body Image zu finden. Die Ergebnisse gehen dabei weit über den berühmt-berüchtigten Ego-Boost, den sich so manche gerne über Apps wie Tinder & Co. holen sollen, hinaus: Tatsächlich sollen NutzerInnen von Anwendungen wie diesen bis zu 27 Mal anfälliger für ungesunde Lebensweisen sein.

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Wenn nur der erste (optische) Eindruck zählt

Für die Studie, die im Journal of Eating Disorders veröffentlicht wurde, wurden 1726 Menschen über ihre Nutzung von Dating-Apps und ihr Diätverhalten befragt. UserInnen von Dating-Apps soll laut den Ergebnissen wahrscheinlicher ungesunde Maßnahmen zur Gewichtsreduktion ergreifen: Dazu gehören absichtliches Erbrechen nach dem Essen oder die Einnahme von Abführmitteln.

Frauen sind stärker betroffen als Männer

Die 27 Mal größere Wahrscheinlichkeit, zu ungesunden Diätmaßnahmen zu greifen, bezieht sich auf die ausgewerteten Daten der befragten Frauen. Bei Männern ist ungesundes Body Image um „nur“ knapp 15 Mal wahrscheinlicher, wenn Männer Dating-Apps benutzen als bei jenen, die das nicht tun. Trotzdem gaben über ein Drittel der Männer, aber nur ein Fünftel der Frauen in der Umfrage an, sich schon einmal bewusst zur Gewichtsreduktion übergeben zu haben. 44,8 Prozent der Frauen und 54,1 Prozent der Männer, die Dating-Anwendungen nutzen, gaben an, im letzten Jahr eine Diät durchgeführt zu haben.

Wir sind besorgt, dass die Nutzung dieser extrem auf Optik basierenden Angebote ungesunde Lebensweisen begünstigen könnte.

von Dr. Alvin Tran, Forschungsleiter der Studie

Insgesamt wurden in der Studie sechs ungesunde Methoden zur Gewichtskontrolle unter die Lupe genommen. Alle sechs Maßnahmen wurden von Menschen, die Dating-Apps verwenden, häufiger angewandt. Dr. Alvin Tran, Forschungsleiter der Studie, fügte zwar hinzu, dass man nicht wisse, ob die befragten Menschen auch schon vor der Nutzung von Dating-Apps ein gestörtes Essverhalten hatten – nichtsdestotrotz sei er besorgt, „dass die Nutzung dieser extrem auf Optik basierenden Angebote ungesunde Lebensweisen begünstigen könnte.“

Weil sich Dating-Apps vor allem in den USA immer größerer Beliebtheit erfreuen, sei es laut Tran wichtig noch weitere Studien durchzuführen, die eine Korrelation zwischen Body Image und Nutzungsverhalten genauer beleuchten.

 

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