Wer das Frauenvolksbegehren unterschrieben hat

481.906 Menschen haben das Frauen*volksbegehren unterzeichnet. Die meisten davon leben in Städten.

Unterm Strich war es wieder Wien. 12,03 Prozent der Stimmberechtigten Wienerinnen und Wiener haben das Frauenvolksbegehren unterzeichnet. Mehr als 28 Prozent aller abgegebenen, in ganzen Zahlen also 138.003, Unterschriften stammen aus der Bundeshauptstadt.

Stadt-Land-Gefälle

Am anderen Ende des Landes schaut die Sache ganz anders aus. Nur 5,11 Prozent der Stimmberechtigten, nämlich 13.930 VorarlbergerInnen, setzten ihre Unterschrift unter das zweite Frauenvolksbegehren der österreichischen Geschichte. Das sind 2,9 Prozent aller abgegebenen Stimmen - selbst wenn man die Größe des kleinsten Bundeslandes bedenkt, ist das wenig.

Auf Platz 2 und 3 folgen die Steiermark (7,17 Prozent der Stimmberechtigten) und Burgenland (7,08 Prozent). Eine rote Beteiligung in der Landesregierung allein ist aber nicht ausreichend - Kärnten hat mit 5,99 Prozent auf dem drittletzten Platz, nur knapp vor dem schwarz-grünen Tirol mit 5,76 Prozent. Im Mittelfeld finden sich die Oberösterreich (6,92 Prozent), Niederösterreich (6,65 Prozent) und Salzburg (6,41 Prozent).

Insgesamt haben 7,56 Prozent der stimmberechtigten ÖsterreicherInnen das Frauenvolksbegehren unterzeichnet. Das mag wenig erscheinen, wären bei der letzten Nationalratswahl 2017 aber immerhin 9,51 Prozent der gültigen Stimmen gewesen. Das sind mehr als Grüne und NEOS zusammen erhalten haben..

 

 

Hochburg Neubau

Auf Bezirksebene aufgeschlüsselt, bedeutet das: Auf den ersten 16(!) Plätzen landen Wiener Bezirke, von Neubau mit 23,23 Prozent (das ist immerhin fast jede*r Vierte!) bis Penzing mit 12,27 Prozent. Erst knapp danach folgt der Bezirk Graz Stadt mit 12,18 Prozent.

Die "Flächenbezirke" tanzen in Wien aus der Reihe, Simmering landet erst auf dem 50. Platz mit 6,97 Prozent, und liegt damit hinter allen Landeshauptstädten, außer Bregenz. Das ist, dem Vorarlberger Trend folgend, auf Platz 104 mit 5,01 Prozent, liegt damit aber immer noch bei einem deutlich höherem Wert als dem Vorarlberger Durchschnitt.

Schlusslicht ist Landeck in Tirol - nur 3,35 Prozent der Stimmberechtigten haben hier unterzeichnet.

 

Einfach verdoppelt

In der Eintragungswoche im Oktober konnten die OrganisatorInnen nochmal fast so viele UnterstützerInnen mobilisieren wie beim Sammeln der Unterstützungserklärungen im Frühjahr. Zu den 247.619 Erklärungen kamen noch 234.287 Unterschriften hinzu. In der Steiermark, Salzburg und dem Burgenland haben etwas mehr Menschen ihre Stimme in der Eintragungswoche abgegeben, in den restlichen Bundesländern war die Beteiligung im Frühjahr geringfügig höher.

Insgesamt hat es das Frauenvolksbegehren nicht in die Top 10 der erfolgreichsten Volksbegehren der österreichischen Geschichte geschafft, sondern ist auf dem 13. Platz gelandet. Die Neuauflage fand also weniger Zuspruch als das erste Frauenvolksbegehren, das 1997 644.665 Unterschriften bzw. 11,2 Prozent erreicht hat. Mit den Umsetzungen der Forderungen hat der Erfolg eines Volksbegehrens aber nicht unbedingt etwas zu tun - das bislang erfolgreichste Volksbegehren gegen den Bau des Konferenzzentrums 1982 hatte 1.361.562 Unterschriften und wurde schlussendlich trotzdem gebaut.

Im Nationalrat muss das Frauenvolksbegehren, genauso wie das "Don't Smoke"- und das "ORF ohne Zwangsgebühren"-Volksbegehren, jedenfalls behandelt werden. Die Hürde von 100.000 Unterschriften konnte jedes der Volksbegehren mit Leichtigkeit nehmen.

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