"Wenn unser Leben keinen Wert hat, dann streiken wir eben!"

Frauen weltweit machen ernst - und rufen zum großen Streik am 8. März auf.

Der Women's March war noch längst nicht alles. Weltweit regt sich feministischer Widerstand gegen den Backlash, der derzeit Frauenrechte wieder zurück in längst vergangene Zeiten befördern will, und Frauenmobilisierung gegen Ungerechtigkeit und Sexismus.

Women´s March In Los Angeles

Der nächste Schritt: ein großer, weltweit stattfindender Streik am 8. März, dem Internationalen Frauentag. Mehrere Frauenorganisationen wollen den Tag dazu nutzen, um einen Streik auszulösen und Frauen dazu zu ermutigen, ihre Arbeit niederzulegen, um gegen die herrschende Ungerechtigkeit zu protestieren - und ein Signal an die Mächtigen zu senden, dass sie eben nicht alles mit Frauen und deren Rechten machen können. Die "Transnational Social Strike Platform" ruft daher unter dem Motto "Wenn unser Leben keinen Wert hat, dann streiken wir!" zum Boykott auf.

In Irland wird gegen das Abtreibungsverbot gestreikt


Von Polen bis Argentinien, von der Türkei bis nach Irland - eine globale Frauenbewegung formiert sich. In Irland werden die Frauen am 8. März streiken, um gegen das strenge Abtreibungsgesetz zu protestieren. Bis zu 14 Jahre Gefängnis können Frauen in Irland drohen, wenn sie eine Abtreibung durchführen lassen - selbst wenn die Schwangerschaft durch Vergewaltigung oder Inzest entstand. Im Schnitt reisen daher täglich 12 Frauen nach Großbritannien, um ihre Schwangerschaft abzubrechen. Das ist nicht nur aufwendig, sondern vor allem teuer - und für manche gar nicht leistbar.

Irische Frauenrechtsorganisationen rufen die Frauen daher auf, am 8. März nicht arbeiten zu gehen, schwarze Kleidung zu tragen und sich den Protesten anzuschließen. Frauen, die keinen Job haben, sollen ihre Haus- und Pflegearbeit niederlegen - noch immer Aufgaben, die weitgehend von Frauen erledigt werden.

Women´s March In Los Angeles

Inspiriert von dem Frauenstreik in Argentinien, Polen und Island und von den großen Demonstrationen in Italien gegen häusliche Gewalt, und natürlich dem Women's March, an dem Millionen Frauen teilnahmen, wird der 8. März ein weiterer Tag des Aufstands sein - gegen das neoliberale Patriarchat, gegen männliche Gewalt, gegen Vorschriften, was Frauen mit ihren Körpern machen sollen, gegen Sexismus in jeglicher Form.

Der 8. März als Tag des weltweiten Frauenwiderstands


Der Streik wird überall stattfinden: in den Wohnungen und Häusern, in den Fabriken, in Schulen, Krankenhäusern und privaten wie öffentlichen Firmen, wo Frauen nach wie vor weniger verdienen, oft unter prekären Bedingungen arbeiten müssen und sie täglich Sexismus ausgesetzt sind. Der 8. März wird aber auch ein Protesttag von Migrantinnen sein, deren Ausbeutung noch immer verschwiegen wird. Es wird ein Protesttag von LGBTQI sein, die ihre Geschlechteridentitäten noch immer nicht frei und offen leben dürfen. Und er wird natürlich auch ein Tag sein, an dem Männer dazu aufgerufen sind, sich zu solidarisieren.

"Dieses Jahr wird der 8. März kein ritueller Moment sein. Dieses Jahr muss und kann er eine Möglichkeit sein, um zu zeigen, wie mächtig ein Streik sein kann, wenn er hinausgeht aus den offiziellen Arbeitsstätten und sich durch die ganze Gesellschaft zieht, wenn er den häuslichen Raum einnimmt - wie stark es sein kann, wenn sich ein globaler Frauenaufstand formiert", schreibt die Transnational Social Strike Platform auf ihrer Website.

 

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